Der Herbst und Winter und somit die schlechten, kalten und dunklen Tage stehen unaufhaltsam vor der Tür. Jetzt beginnt wieder die Zeit sich Gedanken über das richtige Wintertraining zu machen. Ich für mich persönlich liebe das Indoortraining mit Wahoo und Zwift, natürlich fahre ich auch lieber an der frischen Luft, doch gerade zu der kommenden Jahreszeit finde ich für mich persönlich das Rollentraining effektiver, da ich deutlich flexibler bin was die Uhrzeit und/oder das Wetter betrifft. Natürlich möchte ich hier keine(n) RadsportlerIn belehren, jede(r) soll so trainieren wie er/sie es für richtig und angebracht hält.

Aber komme ich doch endlich mal zur Sache. Pünktlich zum Saisonstart des Indoortrainings brachte Wahoo Fitness vollmundig zur Eurobike drei neuentwickelte Produkte auf den Markt.

Und zwar mit den Sätzen:

“Das ist die größte Einführung an neuen Produkten, wie sie noch nie da war! Unsere drei neuen Produkte werden Ihr Indoor-Training noch immersiver, herausfordernder und dazu ein wenig unterhaltsamerer machen.”

Schon seit Jahren bin ich grosser Fan der Marke Wahoo, wobei ich mir natürlich auch immer wieder ein genaues Bild der Wettbewerber wie Taxc, Elite und Bkool mache. Die Ankündigung auf der EUROBIKE machte mich dann aber doch mehr als neugierig.

Für mich war der aktuelle Wahoo KICKR eh schon ein sehr guter Rollentrainer, und der sollte noch besser geworden sein? Wie sollte das möglich sein und stimmt das wirklich, oder ist es nur wieder ein typischer Marketingslogan? Ergänzt wurde das Portfolio dann noch mit dem Wahoo CLIMB, der Steigungen bis zu 20% und Gefälle bis zu -10% simulieren soll. Braucht man das wirklich und wie fühlt sich das überhaupt an? Last but not least wurde auch noch der Wahoo HEADWIND vorgestellt, der angeblich Windgeschwindigkeiten erzeugen kann, wie sie beim Herunterrasen auf offener Straße erreicht werden. Naja, einen Ventilator hatte ich auch vorher schon in meinem Equipment, brauche ich also wirklich noch einen Wahoo HEADWIND?

All diesen offenen Fragen wollte ich natürlich auf den Grund gehen und möchte Euch gerne mit an meinen objektiven Erfahrungen teilhaben lassen, die ich mit diesem neuen Wahoo-Trio bisher sammeln durfte.

Ein ganz wichtiges Thema ist natürlich auch immer die Kompatibilität der einzelnen Komponenten mit der Hard- und Software meiner privaten IT-Landschaft. Auch hier wollte ich mutig sein und habe mein MacbookPro upgedatet auf die noch im Beta-Status befindliche macOS Mojave-Version 10.14 und auch mein iPhoneX wurde auf die ebenso im Beta-Status befindliche iOS12-Version upgedatet.

Ich kann Euch schon einmal ein gutes Gefühl für die Zukunft mit auf den Weg geben, alle Programme (u.a. auch ZWIFT) liefen während des Tests sehr stabil und ohne Abstürze. Mein Apple-TV 4K und iPad haben übrigens auch wunderbar und ohne Probleme ihren Dienst mit dem neuen Equipment vollzogen.

Die Produkte von Wahoo Fitness sind mit mehr als 110 verschiedenen Trainings-Apps kompatibel. Eine Auflistung aller kompatiblen Apps findest Du übrigens unter folgendem Link: Fitness-Apps für iPhone und Android.

Als Trainingssoftware verwende ich ZWIFT und für die Auswertung STRAVA. Übrigens sei an dieser Stelle darauf hingewiesen, dass ilovecycling.de dort zwei eigene Clubs mit mittlerweile insgesamt über 2.000 Clubmitgliedern unterhält >>> werde auch Du ein Teil der Community: ilovecycling.de-STRAVA-Club (Allgemein) oder für die Radsportlerinnen die unter sich bleiben wollen: ilovecycling.de-STRAVA-Mädelsclub. Eigenwerbung ENDE! 😉

Mein Testaufbau bestand also aus den vorgenannten IT- und Software-Komponenten.

Folgende weitere Hardware-Komponenten kamen zum Einsatz:
Wahoo KICKR 2018 (UVP 1199,99 €)
Wahoo CLIMB (UVP 549,99 €)
Wahoo HEADWIND (UVP 229,99 €)
Wahoo KICKR BIKE DESK (UVP 279,99 €)
… und nicht zuletzt mein Rennrad, ein Lightweight Urgestalt Modell 2019 (SRAM eTap). Als Wattmess- und Trittfrequenz-System benutze ich das Plug & Play-Wattmess-Pedalsystem Vector 3 von GARMIN (UVP 999,99 €).

Für den Schallschutz (für eventuell auftretendes Dröhnen bei meinem Fliesenboden) und für meine unter mir wohnenden Nachbarn habe ich mir eine Eigenkonstruktion aus drei verschiedenen Antivibrations-Schutzmatten (200 (L) x 125 (B) cm) mit einer Gesamthöhe von 4 cm einfallen lassen … 2 cm würden aber durchaus vollkommen ausreichen. Die Matten habe ich mir bei AMAZON bestellt, hier der Link: https://amzn.to/2M9YRCf. Alternativ kann natürlich auch die Wahoo Bodenmatte (UVP 69,99 €) verwendet werden, die in meinen Augen aber nicht ganz so effektiv ist, wie eine wirkliche Antivibrations-Schutzmatte.

Nicht mehr missen möchte ich meinen altbewährten aber immer noch geliebten Wahoo KICKR Bike Desk. Das Desk hat integrierte Tablet- und Smartphone-Ständer sowie Öffnungen für die Verkabelung der Geräte. Ein stabiler Stahlrahmen und eine rutschfeste Oberfläche sorgen dafür, dass alles an Ort und Stelle bleibt – egal, wie viel Du schwitzt.

Soviel nun zum Thema Testaufbau. Nun kann es endlich losgehen. Fange ich also an mit dem Test des

Wahoo Kickr

Tja, was soll ich sagen? Wie immer machte der Aufbau des Wahoo KICKR 2018 absolut keine Probleme. Sozusagen kinderleicht, was aber nicht auf das Gewicht gemünzt ist, denn der KICKR wiegt stolze 21,33 kg. Alleine das Schwungrad bringt es auf 7,25 kg. Ich mag die stabile Konstruktion des KICKR schon seit Jahren, das macht auf mich immer einen sehr robusten Eindruck, nicht so wie manche Plastik- und Elektronikvarianten die auf dem Markt erhältlich sind. Auch wird der KICKR immer komplett “benutzbar” geliefert, das heisst auch eine 11-fach-Kassette ist im Lieferumfang mit dabei. Der Freilauf unterstützt allerdings auch 9/10/11-fach Kassetten. Übrigens unterscheidet sich der KICKR mit der Beigabe des RPM-Trittfrequenzsensors deutlich vom Wettbewerb, bei denen dieser Wert häufig nur geschätzt oder berechnet wird. Ich persönlich nutze den mitgelieferten RPM-Trittfrequenzsensor allerdings nicht, aufgrund meiner vorhandenen Garmin Vector 3 Wattmesspedalen. Auch der neue KICKR unterstützt die Nabenarten 130/135 mm QR, 12×142 und 12×148. Steckachsen-Adapter sind im Lieferumfang enthalten.

Der Aufbau des KICKR stellt keine grossen Probleme dar, einfach die beiden seitlichen Arme ausklappen und arretieren (einrasten), sonst würde man wohl bei nicht ausgeklappten Seitenarmen schnell im heimischen Gefilde stürzen.

Mit den Stellfüssen kann dann auf unebenen Böden ein sicherer Stand gewährleistet werden. Ich lege dazu auch immer eine Wasserwaage quer über beide Stellbeine/-füsse.

Zum guten Schluss stelle ich dann noch den KICKR für meine Rennradgrösse 700c ein.

Eingestellt werden können 5 Positionen:

  1. RD 24″
  2. MTB 24″ / RD 650c
  3. MTB 26″ / RD 700c
  4. MTB 650b
  5. MTB 29″

Ach ja, natürlich sollte man vor lauter Aufregung auch nicht vergessen den KICKR mit Strom zu versorgen … auch wenn man einige Watt tritt, der KICKR kann “noch” keinen eigenen Strom erzeugen. Wäre doch mal eine tolle Produktidee, oder? An der Rückseite des Schwungrades sieht man dann zwei Statusleuchten. Der KICKR 2018 überträgt Daten sowohl an ANT+ (rote Leuchte) als auch an Bluetooth Smart (blaue Leuchte) und ermöglicht eine interaktive Widerstandskontrolle über ANT+ und Bluetooth Smart. Durch die Anwendung von Widerstandssteuerungen können Apps sowohl Steigungen simulieren als auch mit spezifischen Wattzielen eingestellt werden. Der Wahoo KICKR hat schon bei der Einführung von Rollentrainern und Apps den Standard gesetzt, und bis heute ist das in meinen Augen immer noch der Fall. Praktisch jede auf dem Markt erhältliche App ist kompatibel mit der Wahoo KICKR-Serie, sogar mit Wahoos eigenen Konkurrenten wie Tacx / Elite / BKool, die Apps auch mit der KICKR-Serie kompatibel machen.

Natürlich sollte man auch den KICKR vor der ersten Fahrt kalibrieren, das geschieht mit der hauseigenen Wahoo-Fitness-App. Dort wählt man den KICKR an und macht einen sehr gut beschriebenen und wirklich einfachen Spindown. Man beschleunigt dazu langsam auf 36 km/h und hört dann auf zu treten bis der Spindown abgeschlossen ist. Das war es schon!

So, nun aber auf zur ersten Fahrt. Ich selber nutze übrigens als Trainingsplattform seit Jahren ZWIFT und bin immer noch restlos davon begeistert und überzeugt. Die Aufregung steigt und ich kann die ersten Sekunden überhaupt nicht fassen was ich da höre … oder vielmehr nicht höre. Ich musste zweimal nach hinten schauen, ob der KICKR wirklich an ist. Das Surren der SRAM-Kette und der SRAM-Kassette hört sich gefühlt lauter als der Rollentrainer selbst an. Ich bekam richtig Gänsehaut, so unerwartet war dieses Gefühl des fast “Nichthörens”. Wahoo schaffte das nach eigener Aussage durch einen komplett neuen Antriebsriemen wie aber auch durch einen geänderten internen Aufbau. Und ich muss sagen, da hat Wahoo nicht zuviel versprochen. CHAPEAU!!! Auch wurde von den Ingenieuren der Sensor zur Abnahme der Geschwindigkeit nach innen verlegt. Beim Vorgänger kam es, wenn auch nur selten, im Outdoorbereich zu geringen Messfehlern bei direkter Sonneneinstrahlung. Aber noch einmal, die Lautstärke (wenn man das überhaupt noch so bezeichnen kann) hat mich absolut überzeugt und begeistert

Ich bezeichne das jetzt mal als

Leisestärke!!!

Ich habe für Euch mal eine Aufzeichnung meines Trainings mit einer dB-Mess-App (Dezibel X Pro) als Screenshot festgehalten. Und dabei habe ich auch nicht nur eine Regenerationsrunde hingelegt sondern auch mal Sprints und Intervalle (maximal 72,1 dB). Vielleicht kam der hohe Wert auch nur durch mein Keuchen und Stöhnen?!? Nebenbei lief übrigens auch noch der Wahoo HEADWIND mit einer Leistung von 25%. Hier das in meinen Augen erstaunliche Ergebnis:

Noch ein paar Zahlen mehr? Für diejenigen unter meinen Lesern und Leserinnen, die dann doch auch mehr Kraft in den Beinen haben als ich, hier noch ein weiterer Wert, der zu begeistern vermag. Der Wahoo KICKR erträgt einen maximalen Widerstand von 2.200 Watt. Der Vorgänger schaffte “nur” 2.000 Watt. Und? Wer von meinen Lesern kann das treten und hat noch keinen Profivertrag in der Tasche?

Mehr möchte ich hier an dieser Stelle auch eigentlich gar nicht mehr zum Wahoo KICKR 2018 schreiben. Der KICKR ist mittlerweile seit Jahren auf dem Markt etabliert und ich würde mal ganz frech behaupten, dass der jetzt neue und von mir geteste Wahoo KICKR der beste Rollentrainer ist, der je das Haus Wahoo verlassen hat. Ein präziser, stabiler und reaktionsschneller Rollentrainer der dann auch noch verdammt leise ist. Auch begesitert mich immer wieder die Wahoo-Philosophie “Out of the box and ready to go”, zumindest solange man 11-fach fährt.

Konkurrenz (wenn man das überhaupt so nennen möchte) kommt aus dem eigenen Hause mit dem Wahoo KICKR CORE (UVP 799,99 €). Grundsätzlich reden wir von der gleichen Technik wie beim grossen Bruder, und er ist ebenso leise. Es gibt aber einige technische Unterschiede. Zum Beispiel wiegt das Schwungrad “nur” 5,4 kg anstatt wie beim KICKR 7,25 kg. Der maximale Widerstand beträgt “nur” 1.800 Watt anstatt 2.200 Watt beim KICKR. Die maximale Steigung die im Zusammenspiel mit dem Wahoo CLIMB erreicht werden kann sind 16% anstatt 20%. Die Standbeine sind starr und können nicht ein- und ausgeklappt werden, und der CORE wird “ohne” Kassette und RPM-Trittfrequenzsensor ausgeliefert. Dafür schont der CORE gegenüber dem KICKR aber etwas den Geldbeutel, und man kann die gesparten 400 € wieder anderweitig in sein geliebtes Radsporthobby stecken. Egal für welches Wahoo-Produkt Du Dich letztendlich entscheidest, Du wirst es garantiert nicht bereuen!!!

Wahoo Kickr Spezifikationen:

Teilenummer: WFBKTR118
KICKR-Version: 4
Maße (Standbeine offen): 20″ L x 28″ B x 17″ H
Abmessungen (Schenkel geschlossen): 20″ L x 9″ B x 17″ H
Gewicht (ohne Verpackung): 21,33 kg (47 lbs)
Rückradgröße 24 Zoll RR / 24 Zoll MTB / 650c RR / 26 Zoll MTB / 700c RR / 650b MTB / 29 Zoll MTB
Nabenarten: 130/135 mm QR, 12 x 142 und 12 x 148-Steckachsen – Adapter inbegriffen
Antrieb:
• Vorbereitet: 11 Geschwindigkeitskassette
• Kauf/Installation eines neuen Zahnkranzpakets erforderlich: 8/9/10-Gang SRAM/Shimano
Kompatibel mit KICKR CLIMB: Ja
Kompatibel mit KICKR HEADWIND: Ja
Trittfrequenz: RPM Cadence Trittfrequenzsensor enthalten
Vorderradblock: Nicht erforderlich
Widerstand: Elektromagnetisch
Genauigkeit: + / – 2 %
Drahtlose Software-Updates: Ja
Leistungsmesserunterstützung durch Drittanbieter: Ja
Konnektivität: ANT+, ANT+ FE-C und Bluetooth
Geräte: iOS, Android, PC (Mac und Windows)
Max. Benutzergewicht: 113,40 kg (250 lbs)
Leistungsbedarf: 100-240V~1.5A 50-60 Hz
Gewicht des Schwungrads: 7,25 kg (16 lbs)
Maximal-Simulation: 20 %
Maximale Ausgangsleistung: 2200 W

Wahoo Kickr Lieferumfang:

KICKR
RPM Cadence Trittfrequenzensor
Wechselspannungsadapter
Schnellspanner
Bremsscheiben-Bremssattel-Abstand
1,8 mm Distanzstück
Außenseiten-Adapter für 130 mm- und 135 mm-Schnellöffnung
Umschaltbarer Nabenabstand für 130 mm- und 135 mm-Schnellöffnung
Antriebsseiten-Adapter für 12 x 142- und 12 x 148-Steckachse
Umschaltbarer Nabenabstand für Steckachse

 


 

Komme ich nun zum für mich aufregendsten Teil meines grossen Wahoo-Testes und zum eigentlichen Höhepunkt der diesjährigen Wahoo-Produktvorstellungen und -Neuheiten … und zwar zum

Wahoo Kickr Climb

Die neueste Innovation aus dem Hause Wahoo wurde schon im letzten Jahr angekündigt aber letztendlich wird der CLIMB erst jetzt ausgeliefert. Die Meinungen auf dem Markt gehen bei diesem Wahoo-Produkt sehr weit auseinander. Ich folge einigen Social-Media- und Foren-Posts seit Wochen, wenn nicht sogar seit Monaten. Die Meinungen gehen von “MEGACOOL!!!” bis hin zu “ABSOLUTE GELDVERSCHWENDUNG” sehr weit auseinander. Ich für meinen Teil bin mit Urteilen immer sehr vorsichtig, bevor ich es nicht selber ausprobiert habe. Was verspricht denn der Wahoo CLIMB überhaupt? Der Wahoo KICKR CLIMB soll buchstäblich den “Grad” des Indoor-Trainings verändern! Der Indoor-Bergsimulator wurde für die exklusive Verwendung mit dem “alten” KICKR (ab August 2017), dem “neuen” KICKR (ab Juli 2018), dem SNAP (ab Juli 2017) und auch dem “neuen” CORE (ab Juli 2018) entwickelt. Leider funktioniert der KICKR CLIMB nicht mit Trainern anderer Anbieter. Werden die Geräte an Dein Bike angeschlossen, ändern sie den Grad des Gefälles bei Deinem Indoor-Training. Der KICKR CLIMB ändert sowohl den Grad des Gefälles/Anstiegs als auch den Widerstand, um ein wahrlich spektakuläres Fahrerlebnis zu schaffen.

Die Welt ist schließlich
nicht flach!

Stimmt … dachte ich mir doch schon immer während meines Rollentrainings auf ZWIFT. Irgendwie fahren sich Steigungen und Gefälle anders als in der realen Welt. Nicht, dass mich das gestört hätte, aber nun verspricht ja Wahoo, dieses endlich geändert zu haben. Aber braucht man, brauche ich das wirklich? Neugierig wie ich nun einmal von Natur aus bin packte ich den gelieferten Karton schnell aus. Wieder einmal kamen mir viele Teile und Adapter entgegen. Aber so kenne ich das ja von Wahoo-Produkten. Alles fein säuberlich in kleinen Plastiktüten verpackt und für jede Radvariante ist etwas dabei. Unterstütze Naben sind dabei die QR, 12×100, 15×100 und die 15×110. Die jeweiligen Adapter zur Schnellöffnung sind natürlich auch mit im Lieferumfang enthalten, immer zwei von jeder Sorte, da man die Adapter für beide Seiten des CLIMB benötigt.

Auch ein in meinen Augen etwas klobiges und sehr grosses Netzteil kam mir aus der Packung entgegen. Da könnte man sicherlich etwas filigraneres entwickeln. Der Wahoo KICKR CLIMB ist eine Einheit und im ersten Moment dachte ich mir, hoffentlich hält das Teil meinen Wiegetritt an einer 12%-Steigung überhaupt aus. Aber ich kann Euch im Vorfeld beruhigen, ich bin während der vielen Tests mit meinem Gewicht jenseits der 80 kg nicht umgefallen und der CLIMB hat alles ohne Probleme und Murren mitgemacht. Selbst Sprints am Berg stellten überhaupt kein Problem dar!

Die Montage des CLIMB ist schnell vollzogen. Für die richtige Positionierung nach montierter Gabel gibt es einen kleinen Trick. Einfach den Lenker anheben und den CLIMB sich selbst ausbalancieren lassen. Wichtig dabei ist, dass der CLIMB vorher mittels der “Fernbedienung” (Doppelklick auf die mittlere Taste) kalibriert wurde, also auf dem Nullpunkt steht, welches man durch eine kleine Kerbe am CLIMB (links im Bild gut zu erkennen) sehen kann. Thats it! Apropos Fernbedienung. Diese wird doch tatsächlich mit einem Spiralkabel ausgeliefert!!! Für die jüngeren Leser unter uns, das war in den 80er Jahren bereits schon State of the Art. Mich hat es ein wenig gewundert, da ja heute fast alles per WLAN, WiFi, Bluetooth, ANT+ oder andere technische Möglichkeiten ferngesteuert wird. Old School würden manche sagen, aber es hat ja auch Vorteile, so kann man diese kleine Fernbedienung nie verlegen oder verlieren, auch braucht sie keine eigene Batterie. Man kann die Fernbedienung dann in einer eigens dafür vorgesehen Mulde im CLIMB selbst belassen oder aber am Lenker auf einfache und schnelle Art und Weise befestigen.

Die Fernbedienung hat nur drei Tasten … also Kinderleicht sozusagen. Zuerst aber solltest Du Deinen mit dem CLIMB kompatiblen Rollentrainer paaren. Dazu musst Du einfach nur die mittlere Taste gedrückt halten bis die Lampe zu blinken beginnt. Ein kurzes Doppelblinken zeigt dann an, dass die beiden Geräte gekoppelt sind. Wichtig zu wissen ist, das der CLIMB eigentlich ohne den Rollentrainer aufgeschmissen ist, denn der steuert den CLIMB. Zum Beispiel kann man auch in ZWIFT nichts einstellen um den CLIMB zu irgendetwas zu bewegen. Wenn die Software (z.B. ZWIFT) die Vorgaben für Steigungen und Gefälle automatisch übergeben soll, dann musst Du auf der Fernbedienung das rechte “offene” Schloss mit der mittleren Taste aktivieren. Dann übernimmt die benutzte App die Kontrolle. Hast Du keine Lust mehr auf Steigungen und Gefälle und/oder möchtest Du es selber übernehmen, dann einfach das linke “geschlossene” Schloss aktivieren. Du kanst dann mit den Pfeiltasten den CLIMB selber steuern oder ihn einfach auf dem Nullpunkt lassen.

Da ich mit ZWIFT trainiere weise ich an dieser Stelle einmal darauf hin, dass man bei den Einstellungen den Trainer-Schwierigkeitsgrad auf “Max” stellen sollte um wirklich die Steigungen und Gefälle realistisch zu spüren und zu trainieren. Anonsten würde man sich ja selber und andere betrügen, es soll ja den Ein- oder Anderen auf ZWIFT geben, der so etwas für nötig hält! So sind wir Menschen halt. 😉

Die richtigen Einstellungen für den KICKR, den CLIMB und den HEADWIND findet man in der Wahoo-Fitness-App. Im folgenden Foto seht ihr deutlich, dass alle Geräte verbunden sind und miteinander kommunizieren. Im Falle des CLIMB habe ich einmal den Nullpunkt dargestellt, das grösste Gefälle erreichte ich während meines Tests mit -10% und die grösste Steigung konnte ich mit meinen Radeinstellungen mit maximal 18,9% erreichen. Diesen Steigungswert habe ich manuell mit der Fernbedienung simuliert. Ich kam leider nicht auf die 20%, was aber mit den Radeinstellungen zu tun hat.

Nun aber zum eigentlichen Fahr- und Trainingserlebnis mit dem CLIMB. Es fühlt sich alles sehr stabil an, nicht wackelig und instabil, wie ich es zuerst annahm. Am Tage meines Test-Trainings war auf ZWIFT der Watopia-Kurs angesagt. Also hatte ich genügend Kurs-Varianten zur Auswahl, um Steigungen und Gefälle simulieren zu können. Natürlich war ich sehr aufgeregt, wie sich das anfühlt, wenn ich am ersten Berg ankomme. Und was soll ich sagen, es war erst ein komisches Gefühl, aber nach kurzer Zeit hat man sich daran gewöhnt und es macht sogar richtig Spass. Warum? Endlich hat man auch das “körperliche” Gefühl eine Steigung oder ein Gefälle zu fahren. Die Körperhaltung passt sich natürlich automatisch je nach Steigung oder Gefälle an, was ich persönlich sehr gut als Trainingseffekt empfinde, da man ja früher immer sehr starr und gleich auf dem Rad saß, egal welche Steigung oder welches Gefälle man gefahren ist.

Nun wollte ich auch einmal bei einer 10-12%-Steigung einen Wiegetritt probieren, selbst das fühlte sich gut und stabil an. Mutig wie ich nun einmal bin, zog ich dann auch einen Bergsprint mit kurzzeitigen 1.200 Watt an … das System hielt auch das auch. Der Wahoo KICKR CLIMB hat das wirklich überlebt, nur meine Lunge und meine Beine haben mir das letztendlich übel genommen.

Überrascht hat mich auch wieder die nicht vorhandene Lautstärke, der CLIMB versah seinen Dienst nahezu geräuschlos. Jede Steigung und jedes Gefälle bei ZWIFT fühlte sich geschmeidig eingesteuert an, ich hatte mit leichtem Ruckeln oder ähnlichem gerechnet. Aber da wurde ich eines Besseren belehrt. Ein unangenehmes Rattern bemerkt man nur, wenn man per Fernbedienung manuell von 20% Steigung in einem Zug auf -10% Gefälle steuert. Macht aber ja auch keinen wirklichen Sinn und es ist unter der Rubrik “Worst Case” abzulegen.

Was soll ich als mein persönliches Fazit zum neuen Wahoo KICKR CLIMB sagen? Es wird sicherlich die einen RadsportlerInnen geben, die das megatoll und cool finden, aber auch die andere Seite, die das als absolut überflüssig und als ein viel zu teures Spielzeug bezeichnen. So ist das halt im Hobbybereich und gerade bei der Technik. Man kann es nie allen recht machen. Ich für meinen Teil möchte auf den Wahoo KICKR CLIMB nicht mehr verzichten und finde ihn eine sinnvolle Ergänzung für mein Indoortraining. Ob einem das aber 549,99 € (UVP) wert ist, muss Jede(r) für sich selbst entscheiden.

Wahoo Kickr Climb
Spezifikationen:

Teilenummer: WFBKTR5
Max. Steigung: 20 %
Max. Gefälle: -10 %
*Exakte Gefällegrad-Änderungen abhängig von Fahrradgröße, Radgröße und Trainer-Typ.
Kompatible Trainingsgeräte: Neuer Wahoo KICKR (Edition 2017) und neuer KICKR SNAP (Edition 2017)
Daten: Aktuelle Steigung
Abmessungen: 25,75″ H x 5,1″ B x 7″ L
Unterstützte Naben: QR, 12 x 100, 15 x 100, 15 x 110
Drahtlose Software-Updates: Ja
Kompatibel mit Apps von Fremdherstellern: Ja, wenn mit dem KICKR oder KICKR SNAP synchronisiert

Wahoo Kickr Climb
Lieferumfang

KICKR CLIMB-Einheit
Netzteil
Adapter zur Schnellöffnung, Naben 12 x 100, 15 x 100 und 15 x 110


 

Last but not least möchte ich Euch noch das in vielen Augen “umstrittenste” Produkt aus der Wahoo-Familie vorstellen … und zwar den

Wahoo Kickr Headwind

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen Testbericht über einen “Ventilator” schreiben würde, aber wie heisst es so schön …

SAG NIEMALS NIE!

Und dann kam also der Paketmann mit dem Wahoo-Paket an, wie immer natürlich in einer schönen Optik und auch alles sehr gut verpackt. Bei allen anderen Produkten von Wahoo mache ich immer das Paket auf und bin erstaunt über das viele Zubehör was mitgeliefert wird. Was soll ich sagen, in dem KICKR-HEADWIND-Paket befindet sich wirklich nur der HEADWIND. Was man heutzutage schon lange nicht mehr sieht, der HEADWIND hat sogar noch einen altbekannten Powerbutton. Er kann komplett auf der Vorderseite gesteuert werden, aber Sinn macht das natürlich nicht. Wofür gibt es denn die Wahoo-Fitness-App.

Der KICKR HEADWIND ist der erste wirklich intelligente Ventilator, der wahrhaft für uns RadfahrerInnen gedacht ist. Das zielgerichtete Fahrtwindmodell spiegelt Form und Position des Körpers des Radfahrers während seiner Fahrt wider. Der HEADWIND wird anhand von Sensoren gesteuert, steigt Deine Geschwindigkeit oder Herzfrequenz, so erhöht sich die Geschwindigkeit des Ventilators. Ebenso ist es möglich, 4 manuelle Geschwindigkeiten einzustellen, wenn Du selbst Deinen idealen Fahrtwind regeln möchtest. Mit Geschwindigkeiten über 48 km/h wird der HEADWIND auch bei der härtesten Trainingssitzung für Deine Abkühlung sorgen.

Über die Bluetooth-Verbindung mit dem Telefon und der App kann die Ventilatorgeschwindigkeit gesteuert werden. Mit der ANT+-Verbindung kann sogar frei entschieden werden, ob man den Ventilator manuell, über den Geschwindigkeitssensor oder aber über den Herzfrequenzmesser steuern möchte.

Hier einmal ein paar Screenshots aus der Wahoo-Fitness-App:

Das Aufstellen ist auch wieder kinderleicht. Der HEADWIND ermöglicht durch herausklappbare Kunststoffbeine an der Rückseite zwei verschiedene Positionierungen, je nachdem wie und wo man das Gerät aufstellen möchte.

In meinem Falle musste ich ein wenig tricksen, da ich platztechnisch etwas eingeschränkt bin und den Wahoo Fitness Bike Desk nutze. Wie beschrieb doch der allseits bekannte DC Rainmaker in seiner Rezension treffend, wie er das Gefühl hatte, das seine Genitalien gut gekühlt und belüftet worden seien. 😉 Ich kann Euch beruhigen, meinen Genitalien geht es gut und sie müssen auch nicht wirklich belüftet werden. Der kühle Luftstrom kommt da an, wo er ankommen soll, nämlich an meinem Oberkörper und im Gesicht. Natürlich muss man für die Positionierung ein wenig Zeit investieren, aber Deine Genitalien werden es Dir danken! 😉

Und wie verwunderlich, das Belüftungsergebnis ist hervorragend und lässt keine Wünsche offen. Und Gott sei Dank hat Wahoo darauf verzichtet, eine reale Simulation des Gegendwindes mit eingestreuten und ins Gesicht fliegenden Insekten einzubauen. Auch der auf Strassen übliche Benzin- und Dieselgeruch bleibt einem beim Indoortraining erspart.

Nun aber zu der Sinnfrage eines solchen 229,99 € (UVP) teuren “Ventilators”. Aus ästhetischen Gründen kann ich uneingeschränkt zu dem HEADWIND raten und ihn auch empfehlen. Er sieht optisch einfach rundum gelungen aus in dem Gesamtproduktportfolio von Wahoo. Auch die Steuerung per App erspart einem das Absteigen während des Trainings um einen herkömmlichen Ventilator einzustellen. Die Steuerung über die Herzfrequenz oder über den Geschwindigkeitssensor ist sicherlich ein weiterer Pluspunkt für den Wahoo KICKR HEADWIND. Ob man das alles aber wirklich braucht? Ich für mich persönlich beantworte das mit einem klaren JA … aber ich bin ja bekannterweise auch ein wenig verrückt. Jede(r) andere RadsportlerIn der/die das hier liest, soll das doch für sich selber beurteilen und beantworten. Natürlich tut es auch weiterhin ein herkömmlicher Ventilator, oder man trainiert bei offenem Fenster. Alles ist möglich.

Wenn ich einen Wunsch an die Ingenieure von Wahoo äussern dürfte, dann würde ich mir eine Geräte-Kombination aus dem CLIMB und dem HEADWIND wünschen … eine Veröffentlichung reicht mir auch im nächsten Jahr zur Eurobike. DANKE!

Wahoo Kickr Headwind
Spezifikationen:

Teilenummer: WFBKTR7EU
Technische Spezifikationen: 240V 50/60Hz
Abmessungen (bei angezogenem Bein): 16″ L x 12″ B x 19″ H
Abmessungen (bei ausgestrecktem Bein): 18″ L x 12″ B x 19″ H
Gewicht: 5,44 kg (12 lbs)
Maximale Ventilatorgeschwindigkeit: 48 km/h /30 mph
Drahtlose Software-Updates: Ja
Konnektivität:
• Bluetooth – Verbindung mit dem Telefon, um die Ventilatorgeschwindigkeit über die App zu steuern
• ANT+ – Verbindung mit dem Geschwindigkeitssensor, dem Herzfrequenzmesser oder dem Smart Trainer, um die Ventilatorgeschwindigkeit zu steuern
Anpassbar: Ja – 2 Positionen

Wahoo Kickr Headwind
Lieferumfang

KICKR HEADWIND


 

Wahoo Trainer im Überblick


 

DANKE …

… dass Du soooooo lange ausgehalten und meinen laaaaaangen Bericht hoffentlich mit grossem Interesse gelesen hast und ich Dir ein wenig die Wahoo-Produktwelt aus meiner Sicht näher bringen durfte. Ich freue mich natürlich wie immer über jeden Kommentar, aber auch jede wie auch geartete “sachliche” Kritik ist erlaubt. Für Fragen stehe ich Dir auch weiterhin mit bestem Wissen und Gewissen zur Verfügung und versuche alles zeitnah zu beantworten oder nach Rücksprache mit Wahoo Fitness beantworten zu lassen.

Bildrechte: © by Jörg Lachmann (ilovecycling.de)



 

Trainigstipps für ein einstündiges Rollentraining findest Du unter:

Rollentraining: Die besten Ein-Stunden-Rad-Workouts

JÖRG LACHMANN
Ich bin ein kreativer, konzeptionsstarker und querdenkender Vollprofi in allen Bereichen des On- und Offline-Marketings (B2B/B2C) . . . und somit (wie wohl auch nicht anders zu erwarten) beruflich als Marketing- und Vertriebsleiter bei der Firma CarbonSports (Lightweight) angestellt. Da ich schon seit vielen Jahren dem Hobby Radsport verfallen bin, habe ich mich im April 2014 dazu entschlossen, das Online-Magazin "ilovecycling.de" mit „Herz” und vielen nützlichen Themen, Infos, Tipps und Tricks rund um den Hobby- und Jedermann-Radsport ins Leben zu rufen . . . und das alles ohne jegliches finanzielles Interesse! ;-)

4 KOMMENTARE

  1. Hallo,
    Ich habe zwar ein Rad was mit Wattmessung ausgestattet ist, jedoch würde das an schönen Tagen auch draußen ausgeführt werden. Daher meine Frage. Der Wahoo Kickr ist doch auch mit Wattmessung ausgestattet oder?? Wenn Ja wie genau sind dort die Angaben und reicht es dann zusätzlich den Trittfrequenzmesser an den Kurbelarm anzubringen?!

    MfG

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.