Radfahren in der Corona-Krise: wahrt Abstand, stärkt Immunsystem, entlastet ÖPNV 

Jeder für sich, aber alle zusammen!  

In schweren Zeiten rückt die Gesellschaft näher zusammen – in der Corona-Krise ist das jedoch nur bildlich gesprochen. Egal ob Klatschkonzerte mit den Nachbarn, abendliche Videokonferenzen unter Freunden oder die Verlagerung des Arbeitsplatzes und Klassenzimmers in die eigenen vier Wänden. In diesen Wochen spürt man in ganz Deutschland trotz Abstandsregeln Solidarität und Zusammenhalt. Das sollte auch für die Mobilität gelten, findet die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg e. V. (AGFK-BW) und plädiert für noch mehr Rad- und Fußverkehr in Zeiten von Corona. Denn auf dem Rad oder zu Fuß lässt sich der Abstand leicht wahren, die Bewegung an der frischen Luft stärkt Geist und Immunsystem und schafft Platz für diejenigen, die auf Bahn und Bus angewiesen sind. So radelt und geht jeder für sich, aber alle halten zusammen! 

Es hat sich gezeigt: trotz Kontaktsperre und der Bitte zu Hause zu bleiben, lassen sich manche Wege im Alltag nicht gänzlich vermeiden. Auch während der weiterhin andauernden Corona-Pandemie bleiben der gelegentliche Einkauf und der Weg zur Arbeit für viele Menschen nicht aus. Gut, dass Radfahren und zu Fuß gehen in Zeiten  von Corona nicht nur möglich, sondern sogar absolut zu empfehlen sind. Unter Einhaltung der gegebenen Abstandsregeln gilt das Rad laut Bundesministerium für  Arbeit und Soziales als sicheres Verkehrsmittel. Die Ansteckungsgefahr ist sehr gering und wer in die Pedale tritt, hält sich fit. Und ehrlicherweise: von so autofreien Straßen wie sie derzeit in Baden-Württemberg zu finden sind, träumen Fußgänger und Radfahrer schon seit Jahrzehnten. Viel Platz also für Social Distancing auf notwendigen Wegen zu Fuß oder mit dem Rad.  

Und in der Tat: Seit Beginn der Corona-Krise legten Bürgerinnen und Bürger laut des Big-Data-Startups Motiontag fast zweieinhalb Mal so viele Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurück als zuvor. Viele steigen erstmals seit langem wieder aufs Fahrrad, weil Sie sich in den von Autos weniger stark befahrenen Innenstädten sicherer fühlen. Eingesessene Radler schwärmen davon, wie viel schneller sie derzeit von A nach B kommen. Auch für die AGFK-BW und ihre Mitgliedkommunen bedeutet Covid-19 keinesfalls eine Pause für die Rad- und Fußverkehrsförderung. Ganz im Gegenteil: besonders jetzt ist es wichtig auf die Vorteile des Radfahrens und Zufußgehens aufmerksam zu machen und eine langfristige Veränderung im Mobilitätsverhalten der Bevölkerung zu erzielen. So kann die Corona-Pandemie auch eine Chance sein, die Verkehrswende voranzubringen. 

Radfahren ist gesund – in Zeiten des Corona-Virus umso mehr 

Eine ordentliche Portion Glückshormone hat noch niemandem geschadet, schon gar 

nicht in diesen bewegten Zeiten. Genau diese schüttet der Körper nämlich aus, wenn man ihn an der frischen Luft bewegt. Wem also wegen der vielen Stunden zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, tut seiner Psyche und seiner Gesundheit etwas Gutes, indem er zu Fuß geht oder auf das Fahrrad springt. Auch die Lunge profitiert vom rhythmischen Charakter des Radfahrens. Eine trainierte Atemmuskulatur kann mehr Luft aus der  Lunge pumpen und so sauerstoffreiche Luft nachströmen lassen. Vor allem die Bewegung im Grünen stärkt die Lungenschleimhäute und schützt vor Infekten. Da ist es nicht verwunderlich, dass laut des Landesbündnis ProRad Baden-Württemberg regelmäßige Radfahrer im Durchschnitt 25% weniger Krankheitstage im Jahr verzeichnen.  

Radfahren während Corona richtig gemacht 

Egal ob auf dem Weg zur Arbeit oder zum Supermarkt – um in nächster Zeit entspannt unterwegs sein zu können, sollte das eigene Rad gut gerüstet sein. Eine professionelle Unterstützung bei der Reparatur oder Wartung von eingestaubten Rädern ist durch Werkstätten und Radhändler weiterhin gewährleistet. Ein kurzer Sicherheitscheck oder kleine Reparaturen können aber auch ganz schnell selbst durchgeführt werden, z.B. mit Hilfe der RadTUTORIALs oder an den RadSERVICE-Punkten der Initiative RadKULTUR des Landes. Wer in nächster Zeit auf Leihradsysteme zurückgreifen möchte, kann Handschuhe tragen, um auf Nummer Sicher zu gehen. Eine Ansteckung über Griffe, Sattel und Klingel gilt aber als unwahrscheinlich. Es genügt, nicht mit den Händen ins Gesicht zu fassen und diese anschließend zu waschen. Außerdem gilt natürlich weiterhin, zu anderen Radfahrerinnen und Radfahrern ausreichend Abstand zu halten.  

Die AGFK-BW e. V.  

Die Arbeitsgemeinschaft Fahrrad- und Fußgängerfreundlicher Kommunen in Baden-Württemberg   e. V. (AGFK-BW) ist ein Netzwerk von fast 80 Städten, Landkreisen und Gemeinden. Unterstützt  und gefördert vom Land, wollen die Kommunen die aktive Mobilität fördern. Radfahren und Zufußgehen sollen als selbstverständliche, umweltfreundliche und günstige Arten der Fortbewegung gefördert werden. Besonders in Zeiten der Corona-Pandemie möchte die AGFK-BW mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit auf die Wichtigkeit des Rad- und Fußverkehrs für das Wohlergehen der Bürgerinnen und Bürger in Baden-Württemberg aufmerksam machen und wünscht allen Gesundheit und Zuversicht.