In Zeiten von Diesel-Gate und Diskussionen über das emissionsärmste Antriebskonzept für die Zukunft, verlieren viele Menschen eine viel emissionsärmere Fortbewegungsmethode aus den Augen, die es schon seit über 200 Jahren gibt.

Das Fahrrad ist das sauberste Verkehrsmittel der Welt. Es verbraucht keinen Treibstoff und ist 100 Prozent emissionsfrei. Außerdem ist Radeln gesund und hält fit.

Folgerichtig hat der Staat die Dienstwagenregelung auf Fahrräder ausgeweitet. Angestellte und Selbstständige profitieren beim Leasing eines Dienstrades von denselben Steuervorteilen wie bei ihrem PKW. Wir haben mit Manuel Szech über das Thema Dienstrad-Leasing gesprochen. Manuel ist stellvertretender Geschäftsführer der Firma Frerichs – Der Zweirad Experte in Friesoythe.

ilovecycling.de: Welche Räder kann man dienstlich leasen?

Manuel Szech: Der Gesetzgeber gibt da keine Einschränkungen vor. Man kann sich ein Rennrad, eine Zeitfahrmaschine oder ein eBike anschaffen. Theoretisch kann man bis zu zwei Räder als Dienstrad anmelden. Sofern der Arbeitgeber mitspielt. Wir haben beispielsweise Kunden, die ein Rennrad und ein eBike geleast haben.

ilovecycling.de: Für wen lohnt sich ein Dienstrad-Leasing?

Manuel Szech: Im Prinzip lohnt es sich für fast alle Angestellten und Selbstständigen, wobei man ehrlicherweise dazu sagen muss, dass der Steuervorteil für Besserverdiener größer ist. Wer ein niedriges Bruttogehalt hat, wird steuerlich kaum profitieren. Dafür sind bei einem Leasing-Vertrag sämtliche Service- und Versicherungsleistungen inklusive. Unterm Strich ergibt sich daraus der größte Vorteil gegenüber einem Direktkauf.

ilovecycling.de: Mit welchen Ersparnissen kann man bei einem Dienstrad-Leasing rechnen?

Manuel Szech: Wie gesagt, kommt das zum einen auf das eigene Einkommen an und zum anderen profitiert ein Kunde von den Zusatzleistungen aus einem Leasing-Vertrag. Die Verträge laufen 36 Monate. Innerhalb dieser Zeit sind sämtliche Service- und Materialkosten inklusive. Zudem ist ein umfassender Versicherungsschutz im Vertrag enthalten. Bei Diebstahl oder eigen- und fremdverschuldetem Totalschaden bekommt der Leasingnehmer das Rad zum Neupreis ersetzt.

ilovecycling.de: Die meisten Kunden dürften doch Diebstahl in der Hausratversicherung schon drin haben?

Manuel Szech: Das stimmt, aber wie so häufig kommt es da aufs Kleingedruckte an. Die meisten Hausratversicherungen versichern Räder nur bis zu einem Wert von 2.500€. Spezielle Versicherungen für Radsportler mit teuren Rädern kosten hier extra. Außerdem wird bei Verlust teilweise nur der Zeitwert erstattet.

ilovecycling.de: Kannst du uns ein Beispiel nennen, wie hoch die Ersparnis tatsächlich ausfällt?

Manuel Szech: Gerne. Wir arbeiten mit zwei Leasing-Anbietern (lease-a-bike von Derby Cycle und Eurorad von ZEG) sehr eng zusammen, aber es gibt auch weitere Anbieter auf dem Markt. Beim Anbieter Eurorad hast du beispielsweise den umfangreichsten Versicherungsschutz. Unter www.dienstradleasing.net findest du einen Leasingrechner, mit dem jeder vorab seine Vorteile berechnen kann.

Beispielrechnung mit Eurorad: Ein Angestellter mit Steuerklasse 1 und einem monatlichen Bruttogehalt von 2.500€ kann gegenüber dem Direktkauf mit einer Ersparnis von rund 1.129€ rechnen, wenn er sich ein Rennrad für 2.999€ anschafft.

Die monatliche Bruttorate beträgt 100,04€ und wird direkt vom Bruttogehalt abgezogen. Netto ergibt sich eine monatliche Belastung von 65,82€, die dann tatsächlich mit der Gehaltsabrechnung weniger auf dem Konto ankommen. Dabei ist ein Restwert von 10% des Neupreises eingerechnet.

Die Ersparnis errechnet sich nun aus dem Steuervorteil und den Instandhaltungskosten. Wenn der Kunde beispielsweise rund 5.000km im Jahr mit dem Rad fährt, braucht er vielleicht eine neue Kette, neue Reifen und nimmt eine Inspektion in Anspruch. Dabei wird dann das Material ohne Zusatzkosten original so ersetzt, wie es ursprünglich gekauft wurde. Wenn du beispielsweise eine Dura-Ace-Kette an deinem Renner hast, dann kommt da auch wieder eine Dura-Ace drauf und keine billige No-Name-Kette.

ilovecycling.de: Was passiert nach Ablauf des Leasingvertrages?

Manuel Szech: Das liegt in der Entscheidung des Kunden. Du kannst das Rad für einen Restkaufwert übernehmen oder es einfach wieder bei uns abgeben und stattdessen wieder ein neues Rad mitnehmen.

ilovecycling.de: Wie wird Dienstrad-Leasing abgewickelt?

Manuel Szech: Die Beratung erfolgt zunächst bei uns in der Filiale oder telefonisch. Es ist jedoch sinnvoll, dass man zunächst mit dem Arbeitgeber klärt, ob der mit einem Dienstrad-Leasing einverstanden ist. Denn Leasing-Nehmer ist ja die Firma und nicht die Privatperson, die damit am Ende fährt.

Sofern der Chef einverstanden ist, kann sich der Kunde sein Wunschrad aussuchen und übergibt die erforderlichen Papiere bzw. Kontaktdaten des zuständigen Ansprechpartners. Den Rest wickeln wir dann direkt mit seinem Arbeitgeber ab. Sobald das Rad geliefert wird, kann es der Kunde dann abholen. Bei Selbstständigen läuft das im Prinzip genauso.

ilovecycling.de: Vielen Dank für das Gespräch.

Links zum Thema

Frerichs – Der Zweirad-Experte: https://www.zweirad-experte.de
Eurorad: http://www.dienstradleasing.net/leasing-rechner/
Lease a Bike:
http://www.lease-a-bike.de/rechner/

Bildnachweise: EUROBIKE Friedrichshafen, Jörg Birkel, Titelbild: Lightweight Urgestalt

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1 Kommentar

  1. Nicht zu Ende recherchiert…. das Finanzministerium setzt mittlerweile 40% vom Restwert als Kaufpreis nach Ende der Leasingzeit. Wird dem Arbeitnehmer das Rad bspw. vertraglich für 10% angeboten muss die Differenz als geltwerter Vorteil lohnversteuert werden. Du diese Änderung wird das Radleasing zunehmend uninteressant, denn wer will schon für ein 3 Jahre altes Rad 40% von der UVP bezahlen.

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