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Start TECHNIK Bikefitting – Mehr Leistung auf dem Fahrrad durch eine bessere Sitzposition 

Bikefitting – Mehr Leistung auf dem Fahrrad durch eine bessere Sitzposition 

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Bikefitting, mehr Leistung auf dem Fahrrad durch eine bessere Sitzposition

Fahrrad einstellen kann jeder, habe ich bis zum Bikefitting gedacht. Und damit bin ich sicherlich nicht allein.

Und doch habe ich mich hier gewaltig getäuscht. 

Der Unterschied zwischen davor und danach ist wie Tag und Nacht. Der Tritt viel runder und die Kraft, die aufs Pedal gebracht wird, hat sich auch deutlich verbessert. Kurzum: Maximale Effizienz und gesteigerter Komfort.

Der Frühling klopft an die Tür, Hobbysportler aller Disziplinen beginnen sich auf Ihre Wettkämpfe vorzubereiten und zu planen. Auch bei mir stehen bereits wieder einige Jahreshighlights auf dem Programm. Gemeinsam mit meinem Frauen Team, Cis Women Racing, wird die Rennsaison bereits fleißig geplant.

Foto: © Simon Feder 

Viele Radfahrer gehen zu einem Bikefitting, wenn sie Schmerzen haben, ich dagegen habe keine Schmerzen, aber möchte meine Ökonomie verbessern. 

Für mich war es das erst Bikefitting überhaupt, dementsprechend gespannt war ich auf diesen Tag bei Way to win in Bayern.
Als mich dann der Flo zu einem Anamnese Gespräch empfangen hat, konnte ich es kaum erwarten. 

Flo ist Sportwissenschaftler bei Way to win in Taufkirchen bei München. Way to win ist die Adresse in Sachen Leistungsdiagnostik, Trainingsplan und Bikefitting, für Hobbysportler und Profis.

In einem Vorgespräch klappert der Sportwissenschaftler alle persönlichen und physischen Hintergründe ab. Anhand der Straßenschuhe werden körperliche Fehlstellungen untersucht, ebenso werden frühere Operationen und Brüche besprochen. Bei mir war es meine Skoliose, die auch beim späteren Beweglichkeitstest wiederauftauchte. Aber auch Verletzungen von meiner früheren Fußballzeit.

Foto: © Simon Feder 

Was genau benötigst du eigentlich für dein individuelles Bikefitting? 

Deine aktuellen Radschuhe, deine Radbekleidung, und dein Fahrrad, bzw. deine Fahrräder. 

Und dann kann es auch schon los gehen. 

Dein Fahrrad wird in einen Radtrainer eingespannt, befindlich auf einem Podest. Die Spiegelwand war mein Highlight, so kannst du nach jeder Veränderung den Fortschritt direkt an dir und deinem Tritt selbst sehen. 

Sobald dein Rad auf dem Podest steht, geht es zum Muskelfunktionstest. 

Anhand verschiedener Übungen wie eine tiefe Kniebeuge, Bewegungsradius und vieles mehr, werden Dysbalancen, Stabiprobleme und Mobilitätsprobleme detektiert. 

Bei mir machte sich hier die Wirbelsäule und meine Faulheit zum Dehnen bemerkbar. Damit ich daran auch in Zukunft zu Hause üben kann, gab mir Flo einige Übungen mit auf den Weg, die ich seither auch regelmäßig Zuhause durchführe.

Foto: © Simon Feder 

Für mich war dieser Teil extrem spannend. Nicht nur aus Sicht des Bikefittings, sondern auch um generell seinen Körper kennenzulernen, zu verstehen und zu verbessern.

Als Sportler möchte man schließlich gerne seine Schwächen kennen. Außerdem bekommt man dadurch ein besseres Körpergefühl.

Foto: © Simon Feder 

Danach geht es für alle Sportler ab auf die Liege. Hier werden sich weitere Parameter des Körpers angeschaut. Beispielsweise die Beinlänge. Sind beide Beine gleich lang, oder gibt es hier Differenzen? Denn auch solche kleinen Stellschrauben haben Einfluss auf die perfekte Sitzposition. 

Gerade jetzt, wo die neue Saison vor der Tür steht, bringen mir solche Termine auch immer neue Motivation. Es ist doch immer schön zu sehen, wie Fortschritte sichtbar werden. 

Deshalb habe ich auch gleich noch eine Leistungsdiagnostik gemacht, ebenfalls bei Way to win. Somit konnte ich an einem Tag mein komplettes Setup verbessern und mein Training gezielt strukturieren. Jetzt kann das Frühjahr kommen!

Foto: © Simon Feder 

Zurück zum Bikefitting: Sitzen deine Radschuhe richtig? 

Aus beiden Radschuhen werden die Einlagesohlen herausgenommen und mit deinem Fuß verglichen. Ist dein Schuh breit genug für deinen Fuß? 

Zwischen den verschiedenen Marken gibt es sehr große Unterschiede. Das ist auch gut so, denn jeder Fuß ist anders, und so findet jeder den für sich passenden Schuh.

Foto: © Simon Feder 

Wann hast du eigentlich das letzte Mal deine Cleatposition überprüft? Falls es bei dir so lange her ist wie bei mir (1. Mal tragen), sollte dies regelmäßig auf deine To-Do Liste. Wenn deine Cleatposition korrekt eingestellt und an deinen Fuß angepasst ist, kannst du dadurch viel mehr Kraft auf das Pedal bringen. 

Die richtige Position wird zunächst ermittelt, mit Stickern markiert und dann auf dem Cleat-Montageset eingestellt.

Foto: © Simon Feder 

Um das in Zukunft richtig zu machen, habe ich mir so eines auch für Zuhause gekauft. Alle 8 Wochen möchte ich das dann fix nachkontrollieren. Das ist wohl für mich realistischer, als alle 4-6 Wochen.

Ab aufs Fahrrad

Foto: © Simon Feder 

Erst einmal muss der Ausgangspunkt bestimmt werden. Dafür wird der Rollentrainer auf lockere Grundlagen Wattzahlen eingestellt und du pedalierst entspannt vor dich hin. Dabei wirst du von allen Seiten analysiert und es wird auf jedes Detail geachtet. Auf deinen Sattel kommt ein Überzug, um den Satteldruck und die Druck- und Belastungspunkte zu messen. Neben der Höhe, der Breite, Neigung oder Position, wird ebenfalls ermittelt: Ist dein Sattelmodell überhaupt für dich geeignet? Auch hier haben auf mich einige Überraschungen gewartet. 

Beim Thema Beckenstabilität war bei mir das größte Potential für Veränderung. Wie wir schnell anhand der Analyse gesehen haben, war meine Sitzposition alles andere als optimal. Ich hatte mir damals die Sitzknochen Zuhause vermessen und war mir ehrlicherweise sehr sicher, der Sattel würde so passen. Tja, wieder etwas gelernt. Auf dem neuen Testsattel fühlte sich alles viel besser an, das Becken deutlich stabiler, der Tritt runder und effizienter.

Foto: © Simon Feder 

Was ist dein Ziel? Wie soll deine Sitzposition sein? Sportlich oder eher für die Freizeit? 

Ein Bikefitting sollte sich immer nach deinen Wünschen richten. Schlussendlich ganz egal wie deine perfekte Sitzposition aussieht, die Sattelposition ist der Heilige Gral.

Mit einem Knielot und Kniebeugewinkel wird die perfekte Position ermittelt.

Foto: © Simon Feder 

Bei mir kam dabei wieder eine Überraschung zu Tage, meine Kurbellänge am Mountainbike ist nicht optimal. Lustigerweise habe ich am Rennrad die passende Kurbel und darauf aber bisher noch nicht geachtet. Deshalb ist es meiner Meinung nach wichtig, alle Fahrräder korrekt einzustellen. 

Den Abschluss der zwei wertvollen Stunden, bildet die Vermessung des Bikes, sodass du alle Werte auch zu Hause jederzeit allein einstellen kannst. Dadurch profitierst du langfristig vom Bikefitting und kannst dir dein Rad nach dem Putzen oder Demontage wieder selbst perfekt einstellen.

Foto: © Simon Feder 

Seit letztem Jahr ist auch ein Bikefitting online möglich. Hierbei werden Videosequenzen von der Rolle, Fotos und sonstige Daten eingeschickt, um ein ausführliches Feedback per PDF zu erhalten. 

Da ich den persönlichen Austausch sehr schätze, habe ich mich diesmal für ein Bikefitting vor Ort entschieden. Im letzten Jahr habe ich mich aus Zeitgründen für ein Online-Bikefitting entschieden. 

Jetzt fühle ich mich top vorbereitet für ein spannendes und anstrengendes 2022 mit vielen Stunden und Kilometern auf dem Bike!

Meine Impressionen vom Bikefitting:

Alle Bilder dieses Artikels: © Simon Feder
https://www.shutterstock.com/de/g/simon-feder
https://instagram.com/simon_fdr

Für mich ist Radsport der Inbegriff von Spaß, egal auf welchem Rad. Meistens findet ihr mich auf meinem Mountainbike, mit dem ich am liebsten Cross-Country Rennen fahre. Mir macht es großen Spaß, mich technischen Herausforderungen zu stellen, Runde für Runde zu lernen und Fortschritte zu erkennen. Im Winter bin ich auch super gerne auf dem Crossrad unterwegs und sobald es der Schnee zulässt, bin ich die Erste auf Langlauf-Ski. Schnee haben wir zuhause normalerweise nämlich immer genug. Ursprünglich stamme ich aus Meßstetten, 7 Kilometer entfernt von Albstadt. In Albstadt findet jedes Jahr der UCI Weltcup im Mountainbike Cross-Country statt. Daher kennen sicherlich einige von euch diese kleine (Fahrrad-)Stadt.

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