Du trainierst immer noch nach Gefühl
oder Herzfrequenz?

Dann bist Du allerdings schon lange nicht mehr am Puls der Zeit.

Wer wie die meisten Hobbysportler nach Puls und nicht nach Watt trainiert, verschenkt viel Energie. Hinter der Wattzahl versteckt sich nämlich weit mehr als eine bunte Kurve auf dem Computermonitor.

Training nach Watt bedeutet in kürzerer Zeit effizienter die eigene Form zu verbessern. Denn leistungsgesteuertes Training lässt sich viel genauer und effektiver lenken, als wenn nur die Herzfrequenz die Grundlage der Trainingsplanung und -kontrolle bildet.

Warum? Im Vergleich zum Puls liefert die Messung der Leistung Ergebnisse, die unabhängig von äußeren Einflüssen sind. „Faktoren wie Ernährung, Stress, Kälte und Wärme beeinflussen die Herzfrequenz“, sagt Robert Lechner von der European Bike Academy (EBA). Vor allem aber reagiert der Puls sehr träge auf Belastungsänderungen. „Ein großer Nachteil bei besonders intensiven Einheiten wie einem Intervalltraining“, sagt Lechner. Hier spielt der Pulsschlag überhaupt keine trainingsrelevante Rolle.

Was sich auf den ersten Blick wie eine Grabrede auf das pulsgesteuerte Training liest, stellt sich auf den zweiten Blick als nur halbrichtig heraus. Denn auch beim Training nach Watt kommt der Puls hier und da zum Einsatz. Nicht als Lenker, sondern als zusätzlicher Überwacher. Die Trainingsbereiche nach Leistung sind im Prinzip die gleichen, die man herzfrequenzgesteuerten Training kennt.

Beim leistungsgesteuerten Training dagegen werden die Trainingsfenster für Grundlagenausdauer, Entwicklungsbereich und Spitzenbereich nur in Watt angegeben. Welche Vorteile hat das? Die Bereiche lassen sich genau ansteuern, und auch extreme Intervalle sind exakt zu fahren. Beobachtet man dann noch das Zusammenspiel von Leistung und Herzfrequenz lassen sich weitere wichtige Informationen aus dem Datenpool ableiten. Sinkt der Puls im Verlauf von Wochen bei gleicher Leistung langsam und stetig, bedeutet das einen Trainingseffekt, das Programm war erfolgreich. Steigt oder sinkt das Verhältnis abrupt, ist dies ein Frühwarnzeichen für Infektionen oder Überbelastung.

Vorteile, die überzeugen. Vorteile, die Lust machen, sich an den Wattzahlen zu orientieren. Doch vor dem Training nach Leistung steht die Leistungsdiagnostik. Schließlich müssen die individuellen Zielfenster definiert werden. „Je nach Sportlertyp und Leistungsstand können die Ergebnisse stark variieren“, sagt Lechner. So genannte Stufentests bieten viele sportwissenschaftliche Institute und andere Einrichtungen in Deutschland an, unter anderem auch die EBA am Chiemsee. Die ermittelten Watt-Werte aus der komplexen Leistungsdiagnostik auf dem Ergometer sind also der erste Schritt, auf dem Weg zu mehr Leistung, bevor der zweite Schritt – das eigentliche Training – folgt.

 

Buch-Tipp zu dem Thema Wattmessung im Radsport und Triathlon:

Wattmessung

 

Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
Verlag: Spomedis; Auflage: 2. Auflage. (November 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3936376735
ISBN-13: 978-3936376739

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Hunter Allen und Dr. Andrew Coggan erläutern in diesem Buch die zentralen Aspekte des wattgesteuerten Trainings. Sie stellen verschiedene Wattmesssysteme und Auswertungssoftware für ambitionierte Radsportler aller Leistungsstufen vor und erklären, wie damit das Training optimiert werden kann.

Anhand von Leistungs- und Ermüdungsprofilen kann jeder Fahrer seine individuellen Stärken und Schwächen identifizieren und gezielt trainieren. Die Trainingspläne im Anhang werden den verschiedensten Ansprüchen und Bedürfnissen gerecht und ermöglichen eine direkte Umsetzung der Theorie in die Praxis. Radsportler und Trainer unterschiedlicher Disziplinen vom Straßen-, Bahn-, Mountainbike- oder BMX-Fahrer bis hin zum Triathleten finden in diesem Buch trainingswissenschaftlich fundierte Hilfestellung für den Einsatz von Wattmessern im Training und eine langfristige Leistungssteigerung.

Die Autoren verfügen über langjährige Erfahrung als Profitrainer und gehören zu den weltweit führenden Experten im Bereich des wattgesteuerten Trainings. Sie verstehen es, theoretisches Wissen praxisnah und gut verständlich zu präsentieren. Das führende Werk zur Wattmessung im Radsport liegt nun erstmals in deutscher Sprache vor.

Bildnachweis: © [´www.pd-f.de / Frank-Stefan Kimmel´]

 

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