Kennst du das auch?

Ein neues Bike könnte frische Motivation fürs Training bringen, aber eigentlich willst du dich von deinem geliebten Rahmen nicht trennen? So ging es mir nach der Saison. Die letzten Jahre habe ich mein persönliches Traumbike gefahren, ein Specialized Venge. Da mein Bike jedoch etwas in die Jahre gekommen ist, stellte sich mir die Frage, ob ich mir lieber ein neues Trainingsgerät besorgen oder das alte Rad pimpen sollte?

Nach kurzem Nachdenken habe ich mich für mein altes Rad entschieden.

OldVenge

Warum? Weil mir persönlich einfach die Rahmenform des Venge sehr gut gefällt. Leider hat der regelmäßige Gebrauch kleinere Spuren hinterlassen; beispielsweise wies der weiße Lack an einigen Stelle kleine Kratzer auf, in denen sich der Schmutz sammeln konnte. Auch nach dem Putzen blieben immer mehr Stellen dunkel.

Den größten Einfluss auf das Erscheinungsbild eines Bikes hat sicherlich die Lackierung. Deshalb habe ich mich für einen schlichten und eleganten Look in mattschwarz entschieden. Die Demontage habe ich selbst übernommen und Rahmen, Gabel und Sitzrohr in eine lokale Lackiererei gegeben.

Lackierung

Die Schaltung machte ebenfalls immer häufiger Mucken. Weil sich die innenverlegten Schaltzüge mit der Zeit regelrecht in die Führungshülsen gefressen hatten, musste ich die Schaltung immer häufiger nachjustieren. Für eine Dura Ace ist das eigentlich nicht akzeptabel. Zudem waren die meisten Lager verschlissen und mussten ohnehin getauscht werden.

Mit einem einfachen Service war die Sache also nicht mehr getan, daher habe ich mich für eine neue, elektrische Schaltgruppe entschieden. Mit der Ultegra DI2 steigt der Schaltkomfort und das leidige Nachjustieren ist in Zukunft Geschichte.

Schaltwerk Umwerfer Schaltzentrale

Um die Züge elegant verschwinden zu lassen, habe ich mir einen neue Lenker besorgt. Der Vision Metron 4D von FSA gefällt mir nicht nur gut, der leichte Lenker aus Carbon hat auch ein ergonomisch geformtes Aeroprofil und bietet damit eine komfortable Handauflage für Bergaufpassagen. Außerdem können die Schalt- und Bremszüge innen verlegt werden.

Vision

Bislang schmückte ein kurzer Auflieger mein Venge, weil ich damit gelegentlich an bergigen Triathlon-Veranstaltungen teilgenommen hatte. Künftig will ich das Bike aber wieder als reines Rennrad nutzen. Das erfordert Anpassungen an der Sitzposition, weshalb ich gleich auch einen neuen Vorbau bestellt habe. Der Specialized Comp Multi Stem ist ein Zentimeter kürzer als der alte und passt perfekt zum neuen Design.

Natürlich habe ich beim Aufmotzen des Bikes auch meine Wettkampfziele in die Überlegung einfließen lassen. Bislang war ich vorne immer mit der Heldenkurbel (53/39) unterwegs, aber für die geplante Tour Transalp wollte ich lieber auf eine Kompaktkurbel umstellen.

Da ich seit über 5 Jahren mit einem Leistungsmesser fahre, werde ich auch künftig nicht auf mein wattgesteuertes Training verzichten. Leider hat die Kurbel mit dem alten Wattmesser von Power2max einen 130er-Lochkreis. Zum optischen Relaunch meines Bikes mussten also eine neue Kurbel und damit auch ein neuer Leistungsmesser her. Vor Weihnachten gab es eine günstige Aktion von Power2max, weshalb ich mich erneut für eine Kurbel mit P2M-Leistungsmesser entschieden habe.

Kurbel

Den Feinschliff beim Rad machen sicherlich die Schlappen aus. Schöne Hochprofilfelgen sorgen für einen aggressiven Look. Da ich relativ viele Kilometer im Jahr fahren und nicht ständig die Laufräder wechseln will, habe ich mich für ein Model mit Alubremsflanke und Drahtreifen entschieden. Ich finde, die Zipp 60 passen optisch perfekt, auch wenn diese aufgrund des hohen Gewichts für die Berge eher unpraktisch sind. Was soll ich sagen, das Auge fährt bekanntlich mit.

Zipp

Zu guter Letzt waren noch kleine Akzente gefragt, um den Look abzurunden. Schwarze Specialized-Aufkleber zieren nun das Unterrohr und auf dem Oberrohr bringt ein weißer Aufkleber etwas „Farbe“ ans Rad.

Mein Fazit und das Ergebnis

Bisher habe ich meine Räder immer von der Stange gefahren und lediglich mal die Laufräder getauscht. Es war also eine neue Erfahrung, mal nicht nach einem neue Rad zu schauen, sondern ein altes Rad wieder auf Neu zu trimmen. Und ehrlich gesagt, hatte ich daran mehr Spaß, als wenn ich mir ein einfach ein neues Rad im Katalog ausgewählt hätte. In den nächsten Monaten werde ich auf jeden Fall wieder höchstmotiviert in die Pedale treten und freue mich auf die Vorbereitung für die Tour Transalp im Sommer.

NewVenge

Bildnachweise: © AdobeStock und Jörg Birkel

 

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Jörg Birkel lebt und arbeitet seit 2013 auf Mallorca und bietet dort ganzjährig Sportreisen und Trainingslager an. Zuvor hat er an der Deutschen Sporthochschule in Köln studiert und mit einem Diplom als Sportwissenschaftler abgeschlossen. Im Anschluss an sein Studium hat sich Jörg als Sportjournalist selbstständig gemacht und über Trainings- und Ernährungsthemen geschrieben. Von 2003 bis 2009 war der passionierte Radfahrer und Fachbuchautor als Dozent an der Deutschen Sporthochschule tätig. Weitere Informationen unter: www.jorge-sports.com

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