Welcher Radsportler und welche Radsportlerin träumt nicht davon, einmal einen Lightweight-Laufradsatz sein Eigen nennen zu dürfen. Auch ich zähle zu diesen “Noch”-Träumern. Man muss es sich natürlich auch leisten können, wollen und dürfen. Nicht, dass der Haussegen noch schief hängt, wegen der Anschaffung der doch sehr hochpreisigen Laufräder, die in meinen Augen und erst recht nach meinem Besuch vor Ort auch jeden Cent wert sind!

Ich war in der letzten Woche viel unterwegs und unter anderem am Bodensee. Natürlich habe ich im Vorfeld abgeklärt, ob ein Besuch des Hauses CarbonSports in Friedrichshafen möglich wäre. Und zu meiner grossen Freude habe ich auch eine kurzfristige Zusage bekommen. Der Inhaber und Geschäftsführer Erhard Wissler höchstpersönlich hat mich empfangen und mir sein Unternehmen und seine “heiligen” Hallen einmal im Detail vorgestellt.

Wie man sich sicherlich vorstellen kann, durfte ich “leider” in den einzelnen Abteilungen keine Fotos machen, deswegen versuche ich das Erlebte nun auch “nur” mit meinen Worten zu beschreiben.

Was soll ich hier also berichten, ich war einfach nur begeistert. So hatte ich das wirklich nicht erwartet. Ich hatte die Chance, alle Abteilungen einmal zu durchlaufen und war überrascht, wie gut die Stimmung vor Ort ist und wie begeistert die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dort am Werk sind. Dort funktioniert das Zusammenspiel zwischen Jung und Alt, aber auch zwischen unterschiedlichen Religionen und auch Nationalitäten. So arbeiten in einer Abteilung ein Mitarbeiter türkischer Abstammung mit einem Mitarbeiter kurdischer Abstammung in absolut friedvoller und harmonischer Weise zusammen. Wenn das mal überall auf der Welt so funktionieren würde, wären wir schon viele Schritte weiter!

Familiäres UMFELD

Ich würde fast soweit gehen, dass ich das Gefühl hatte, dass dort alle wie in einer grossen Familie zusammenarbeiten. Allerdings hat mich auch die Präzision begeistert, mit der die Produkte in liebevoller Handarbeit dort gefertigt werden. Nicht umsonst gelten die Laufräder weltweit als die Marktreferenz in Sachen Technologie, Innovation und Funktionalität. Nach dem Besuch weiss ich aber auch warum. Alle dort leben und lieben das Produkt und was sie dort beruflich tun, so ist jedenfalls mein persönlicher Eindruck.

Herr Wissler betonte immer wieder in dem gemeinsamen Gespräch, wie wichtig ihm persönlich auch die Sicherheit der Menschen sei, die sein Produkt kaufen und fahren. So geht er in der Entwicklung keine “faulen” Kompromisse ein und legt höchsten Wert auf die Qualität seiner Produkte und dem eingesetzten Werkstoff, gerade eben auch in Hinsicht auf die Sicherheit.

Carbon-Freaks

Ich hatte nach meinem Besuch dort den Eindruck gewonnen und mitgenommen, dass ich es mit absoluten Carbon-Spezialisten und im modernen Sprachgebrauch “Freaks” zu tun habe. Man möge mir das verzeihen. So eine Faszination und Hingabe zu einem Werkstoff habe ich selten erlebt. Ich selbst konnte natürlich nicht alles wirklich verstehen, bin da ja kein Werkstoff-Spezialist, aber überzeugt hat es mich trotzdem zu 100%.

Und was viele, wie auch meine Person, vielleicht noch nicht wussten, die CarbonSports GmbH gehört zur inhabergeführten Wissler Group mit über 200 Mitarbeitern. An vier Standorten in Deutschland produziert die Wissler Group nicht nur Highend-Produkte für uns Rennsportenthusiasten sondern auch ultrapräzise Carbon-Leichtbauteile für Satelliten der Europäischen Weltraumorganisation und bedient internationale Absatzmärkte in Europa, Asien und Nordamerika. Mit der EDELSTOFF-Kollektion bietet Lightweight seit 2016 auch hochwertige Rennradbekleidung an. Dahinter steckt jahrelanges Experimentieren mit verschiedenen Stoffen, neuen Schnitten und Kombinationen sowie das Feedback etlicher Testfahrer, die zehntausende Kilometer hinter sich ließen.

Und auch diese hergestellten “anderen” Produkte gehören zu dem Besten auf dem Weltmarkt, was die Carbontechnologie zur Zeit hergibt. Ich selber durfte mir Teile eines dort derzeit in Produktion befindlichen Satelliten anschauen. Einfach nur beeindruckend und auch kaum hier wiederzugeben. Allein diese hohen Anforderungen des Kunden zu erfüllen, bedingt ein absolut professionelles Ingenieursteam mit immensen Kenntnissen wenn es um den Werkstoff Carbon geht.

Aber warum bin ich
eigentlich dort gewesen?

Im letzten Jahr habe ich die Eurobike besucht und war unter anderem auch auf dem Messestand von Lightweight. Dort wurde erstmalig das neueste Familien-Mitglied “WEGWEISER” der Lightweight-Reihe vorgestellt und präsentiert. Ein High End-Carbon-Laufradsatz, der automatisiert gefertigt wird. Und ein wenig neidisch bin ich schon auf die ersten Besitzer/innen dieses doch auch optisch sehr schicken Laufradsatzes.

Mit der Laufradreihe „WEGWEISER“ will der deutsche Edel-Hersteller eine neue Evolutionsstufe der Kohlefasertechnologie im Rennradbereich einläuten.

Hohe Reproduzierbarkeit,
geringere Toleranzen
und eine
integrierte Qualitätskontrolle

2013 startete Lightweight ein ehrgeiziges Projekt, mit dem Ziel, Laufräder automatisiert herzustellen und damit die Kohlefasertechnologie preislich wettbewerbsfähig zu machen.

Dieses Ziel hat der Carbon-Spezialist aus Friedrichshafen nun erreicht. Mit dem neuen
WEGWEISER Carbon-Laufrad revolutionieren die Lightweight-Ingenieure den Carbon-Laufradradbau in Deutschland. Das Geheimnis steckt in der Produktion: Technologien und Know-how aus dem Raumfahrt- und Sattelitenbau sind die Basis, um mit automatisierten Fertigungsprozessen ein herausragendes Carbon-Laufrad zu fertigen, das dem Perfektionsanspruch der Marke gerecht wird. Die komplexe Herstellung folgt einer simplen Idee: Handwerkskunst wird mit maschinellen Arbeitsschritten kombiniert und macht die Fertigung extrem präzise und gleichzeitig deutlich schneller. Die 20 Carbon-Speichen an Hinter- und Vorderrad werden dabei händisch von außen auf den Felgenring geklebt. Dieser wird erstmals voll automatisiert in einer eigens entwickelten Maschine hergestellt.

Als Ergebnis entsteht ein komplett neu konstruiertes Lightweight Laufrad auf höchster Qualitätsstufe, das zu einem “attraktiven” Preis „Made in Germany“ angeboten werden kann. Sicherlich ist auch dieser von Lightweight sogenannte “attraktive” Preis von ca. 3.500 € noch für viele unerschwinglich, aber man bekommt dafür auch ein absolutes Spitzenprodukt deutscher Ingenieurskunst. Zu wünschen wäre sicherlich noch ein Laufradsatz, der unter der 3.000 €-Marke liegen würde. Aber warten wir mal ab, was die Firma CarbonSports in den nächsten Jahren noch so aus den Ärmeln zaubert.

Die moderne Felgenbreite von 24 mm kombiniert mit flachen 36 mm Felgenhöhe und neuer Speichenanbindung garantieren die Lightweight typischen Steifigkeitswerte und Fahreigenschaften bei einem Gesamtgewicht von unter 1.450 Gramm für den Laufradsatz in der Clincher Version. Das alles macht den WEGWEISER zu einem überlegenen, disc-tauglichen Systemlaufrad mit sehr geringem Wartungsaufwand.

HIGH END-PRODUKTE AUS CARBON
WERDEN WETTBEWERBSFÄHIG

Die Lightweight-Ingenieure haben dafür eine Fertigungsmaschine entwickelt, die Laufräder weitgehend automatisiert herstellen kann. Sie ist in der Lage, Faserbündel (Rowings) so präzise im gewünschten Winkel abzulegen, dass sich die Kohlefasern an der Krafteinleitung ins Laufrad orientieren. „Die Kohlefasertechnologie steht an der Schwelle vom handgefertigten Luxus-Material zur nächsten Evolutionsstufe: der automatisierten Verarbeitung der Fasern zu wettbewerbsfähigen High End-Produkten“, sagt Lightweight-Geschäftsführer Erhard Wissler.

Lightweight Wegweiser
Die Eckdaten im Überblick:

Vorderrad Hinterrad
Anzahl der Speichen 20 20
Felgenhöhe in mm 36 36
Felgenbreite in mm 24 24
Zulässiges Systemgewicht in kg 120 120
Bremsscheibenaufnahme
Größe Bremsscheiben (mm)
Center Lock160 Center Lock140/160
Gewicht Laufradsatz < 1.450 Gramm
Preis Laufradsatz 3.500 Euro

Fazit:

Alles in allem war mein Besuch mehr als lohnenswert und lehrreich. Was das Thema Carbon angeht, konnte ich viele Eindrücke und auch neue Kenntnisse zu diesem Werkstoff mitnehmen. Natürlich kann ich hier nicht alles aufzählen, aber eines kann ich ganz deutlich schreiben … meinen Traum eines eigenen Lightweight-Laufradsatzes werde ich jetzt erst recht nicht mehr los … also heisst es ab sofort … SPAREN!!! 😉

Ihr möchtet mehr zu Lightweight und deren Produkte erfahren?
Dann schaut doch mal unter www.lightweight.info oder
auf der Facebookseite https://www.facebook.com/LightweightCS/ vorbei.

Update:

Ihr könnt mich gerne für verrückt erklären … aber ich habe es schneller getan, als ich dachte und eigentlich vorhatte. Nach meinem Besuch bei Lightweight hat es mich nicht mehr losgelassen, der Wunschtraum nach einem Laufradsatz aus DER Carbonschmiede Deutschlands. Nach etlichen Diskussionen und Kämpfen mit mir selbst, konnte ich mich schlussendlich dazu durchringen, mir meinen langjährigen Traum zu erfüllen und mir die “Lightweight Meilenstein Clincher Schwarz ED” bestellen. Nun kamen sie dann endlich an, konnte es kaum erwarten bis der GLS-Mann an der Haustür klingelte. Schnell das Paket entgegengenommen … fotografiert … ausgepackt … Kassette und Decken montiert … und fertig steht mein Carbontraum vor mir. Jetzt fehlt nur noch mein neues Cervélo S5 … dann ist alles perfekt und ich freue mich jetzt schon auf die erste Ausfahrt mit neuem Material bei hoffentlich schönem Wetter.

Das Kind im Manne hat halt wieder mal gesiegt. Aber man(n) gönnt sich ja auch sonst nichts!

Und einen Tipp habe ich auch noch: Macht nie eine Betriebsbesichtigung bei Lightweight, danach könnt Ihr nicht mehr in Ruhe schlafen und das Konto ist kurze Zeit später leergeräumt.

JÖRG LACHMANN
Ich bin ein kreativer, konzeptionsstarker und querdenkender Vollprofi in allen Bereichen des On- und Offline-Marketings (B2B/B2C) . . . und somit (wie wohl auch nicht anders zu erwarten) beruflich als Marketing- und Vertriebsleiter bei der Firma CarbonSports (Lightweight) angestellt. Da ich schon seit vielen Jahren dem Hobby Radsport verfallen bin, habe ich mich im April 2014 dazu entschlossen, das Online-Magazin "ilovecycling.de" mit „Herz” und vielen nützlichen Themen, Infos, Tipps und Tricks rund um den Hobby- und Jedermann-Radsport ins Leben zu rufen . . . und das alles ohne jegliches finanzielles Interesse! ;-)

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