Dass mein Schwimmtraining gut läuft, hatte ich ja im letzten Bericht bereits erwähnt. Ich gehe aktuell ca. zweimal pro Woche schwimmen. Bislang allerdings nur im Hallenbad.

Ich bin in der überaus komfortablen Situation, dass in unserem örtlichen Hallenbad nie viel los ist und man sich daher selten mit mehreren Leuten eine Bahn teilen muss. Daher ist das Schwimmen mit mehreren Personen auf derselben Bahn erst mal schon neu genug für mich, weil man ja dann ab und zu auch mal nach vorne schauen muss… Als ich zum ersten Mal mit einer anderen Frau zusammen auf einer Bahn schwamm, bin ich daher prompt in sie rein geschwommen. Naja, wohl eher ein Luxusproblem…

Mein Mann fand, dass ich als angehende Triathletin auch einen Neoprenanzug haben müsse. Erstens, da die Wassertemperatur bei deutschen Wettkämpfen ja nicht den unseren entspricht und außerdem sagt er, dass Schwimmeinsteiger von der Gummipelle nur profitieren können. Mehr Auftrieb usw.

Die Vorstellung, künftig im Meer zu schwimmen, um z.B. die Orientierung beim Schwimmen zu trainieren, gefällt mir momentan noch gar nicht! Ich mag es überhaupt nicht, wenn ich nicht sehen kann, was unter mir ist. Also wenn der Meeresboden durch Algen nicht mehr sichtbar ist, drehe ich um. Bis jetzt jedenfalls. Sperrgebiet sozusagen…

Mein erstes Freiwassertraining

Vor ein paar Tagen kam mein Neo an und da wir ZUFÄLLIG Neo-Test und Freiwassertraining im Einsteiger Camp auf dem Trainingsplan stehen hatten, nutzte ich die Gelegenheit und habe mich einfach angeschlossen. Irgendwie dachte ich, dass es mir in der Gruppe vielleicht leichter fällt, da es sicherlich noch andere Leute mit ähnlichen Problemen gibt. Gesagt habe ich allerdings erst Mal nichts… Wollte schließlich niemanden auf die Gespenster in meinem Kopf aufmerksam machen und möglicherweise damit anstecken. Nun gut, entweder dachten andere genauso oder ich war die einzige mit etwas Bedenken. Egal, ich dachte „da musst du jetzt einfach durch“.

Als Neopren-Anfänger stellt man sich ja ganz schön an, bis man die Pelle da hat, wo sie sitzen soll. Schweißtreibende Arbeit, um ehrlich zu sein… Bis 18 Rookies ihren Neo angezogen haben, dauert schon mal ne Weile. Ist man erst mal drin, fühlt es sich aber doch ganz gut an.

Auf dem Plan stand: Landstart und dann bis zur ersten Boje schwimmen. Die war ca. 50m entfernt. Einen Landstart kannte ich schon vom Zuschauen. Soweit rein laufen bis du schwimmen bzw. nicht mehr laufen kannst. Nicht besonders schwer. Da ich flott laufe und auch schon recht flott schwimmen kann, bin ich einfach gleich vorne weg gelaufen. Das bedeutete zwar, dass ich als erste ins gefährliche Dunkel muss, aber immerhin konnte ich mein Tempo schwimmen und nicht hinter jemand anderem her, der langsamer schwimmt. Man hört zwar immer davon, dass schnellere Schwimmer langsamere einfach überschwimmen, aber… ganz ehrlich? Nee!

Ausweichen oder mittendurch?!

Auf dem Weg zur Boje sah ich dann nach ein paar Metern die erste dunkle Stelle auf mich zukommen. Ich habe mich für´s Ausweichen entschieden. Mein Puls war ziemlich hoch und mir fiel die Atmung recht schwer. Hier war ich mir nicht sicher ob das durch den engen Neo kommt oder durch die Aufregung…

An der ersten Boje angekommen, legte ich mich also erst mal auf den Rücken und schnappte nach Luft. Erste Aufgabe überlebt.

Zweite Aufgabe war: Parallel zum Strand bis zur nächsten Boje schwimmen.

Auch hier schwamm ich vorne mit. Alle 3-4 Züge mal nach vorne schauen, um nicht die Orientierung zu verlieren. Hat gut gekappt. Bis zum nächsten Dunkel. Das war zwar nicht direkt unter mir, aber gefährlich nahe und strahlte eine deutlich spürbare Kühle aus. Das machte es doppelt unangenehm. Also nix wie weg J

Dritte Aufgabe lautete: Alle Mann gleichzeitig los und die Boje umrunden.

Da ich mir das mit knapp 20 Mann ziemlich schwierig vorstellte, bin ich vorne weg gesprintet. Wasserballkraul. Zwar etwas anstrengend, aber die andere Option wäre nicht besser gewesen…

Zum Abschluss konnte man noch 200m quer von Boje zu Boje schwimmen und anschließend dann zum Strand zurück. Ich habe mich einfach gezwungen, das noch mitzumachen, da ich unbedingt versuchen wollte ruhig zu schwimmen und um zu sehen, ob sich meine Atmung beruhigt. Hat leider nicht funktioniert.  Die Aufregung war wohl einfach zu groß.

Aber es hat doch auch ein bisschen Spaß gemacht! Jetzt heißt es: üben, üben, üben und routinierter werden.

Bis bald und viele Grüße aus Mallorca! Eure Patricia.

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PATRICIA BIRKEL

Ich bin Patricia, 34 Jahre alt und ab sofort blogge ich hier über meine Vorbereitung für meinen ersten Triathlon. Und wenn ihr wollt, dann könnt ihr euch meiner Trainingsgruppe anschließen. Mein Ziel ist eine Sprint Distanz beim Hamburg World Triathlon im Juli 2017. Von Beruf bin ich eigentlich Heilpädagogin. Als sich bei mir vor 3 Jahren jedoch der Wunsch nach Veränderung bemerkbar machte, hat sich zufällig eine einmalige Gelegenheit ergeben: Gemeinsam mit meinem Mann bin ich nach Mallorca ausgewandert und habe das große Glück, an über 320 Sonnentagen im Jahr Outdoor Sport machen zu können.

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