Die Tour de France 2016 hat die ersten schweren Bergetappen hinter sich. Wer das Rennen auf dem Radsportsender Nr. 1 Eurosport verfolgt, der wird sicher auch die Berichte im Anschluss an die Etappen verfolgen, wenn Juan Antonio Flecha und seine Kollegen Interviews führen und dabei zu den Mannschaftsbussen der Teams vordringen. Nicht selten fiel dabei auf, dass die Interviews geführt wurden, während die Radprofis auf einer Rolle saßen. Kaum sind die Athleten im Ziel, scheinen sie nichts besseres zu tun zu haben, wie sofort wieder Fahrrad zu fahren.

Sucht oder Grund?

Warum sitzen denn nun Radprofis direkt nach einer Bergetappe wieder auf dem Fahrrad und strampeln weiter? Können sie denn nicht genug bekommen von ihren Rädern? Der Grund für das Radeln nach dem Rennen ist jedoch völlig plausibel. Wer kennt es nicht: wenn Sie bei einem Jedermann- oder Lizenz-Rennen im roten Drehzahlbereich fahren, wünschen Sie sich nichts sehnlicher, wie einfach anzuhalten und sich vielleicht gemütlich in einen Stuhl zu setzen oder in eine Liege zu legen.

Beschleunigen Sie Ihre Regeneration

Wer nach einem harten Rennen, einem Gran Fondo oder einem Rad-Marathon eine lockere Ausfahrt von 20-30 Minuten umsetzen kann, beschleunigt tatsächlich seine Regeneration. Die Wirkung scheint dabei auch klassischen Methoden zur Regenerationsförderung überlegen zu sein. So fand der Wissenschaftler Tiidus in einer Übersichtsarbeit kein regenerationsförderne Effekte von Massagen. Prof. Anderson aus Kopenhagen betont, dass moderate Bewegung wie das lockere Ausfahren auf einer Rolle die Regeneration sehr gut unterstützt. Beispielsweise unterstützt die im Vergleich zur Ruhe erhöhte Atemtätigkeit direkt die Erholung. Saure Metaboliten werden dabei über Puffer, wie Bicarbonat neutralisiert und als Kohlendioxid ausgeatmet. Gleichzeitig ist der Blutfluss etwas erhöht und der Kreislauf im Vergleich zur Ruhe beschleunigt.

Bewegung statt Ruhe

Eine kurzes, lockeres Ausfahren auf der Rolle oder auf einer ebenen Strecke bewirkt nach einem Rennen oder einer intensiven Belastung viele positive Effekte. Auch wenn Sie sich müde fühlen und vielleicht keine Lust haben, sollten Sie sich auf eine kurze Ausfahrt einlassen. Nicht alles was Radprofis vormachen, sollten Sie nachmachen – die aktive Erholung gehört jedoch in jedem Fall dazu. Auch beim Pro-Continental Team Roth setzen wir dieses Mittel regelmäßig ein und wer sich dazu durchringt, wird davon profitieren.

 

Bildnachweis: © Dennis Sandig (Titelbild: Matthias Krizek auf der Rolle bei der Österreich-Rundfahrt 2016 – er trägt an diesem Tag das grüne Trikot)

DENNIS SANDIG
Dennis war Sportler mit Herzblut und begann seine sportliche Laufbahn zunächst komplex mit der Leichtathletik. Als Spross einer Radsportfamilie entdeckte der Neffe von Didi Thurau früh seine Liebe zum Rennrad. Krafttraining und Eisschnellauf brachten den nötigen Ausgleich. Nach dem Studium der Sportwissenschaften, Sportmedizin und Psychologie arbeitete er an der Universität des Saarlandes und später 3 Jahre am Institut für Sportwissenschaften der Julius-Maximilians Universität in Würzburg. Nach der Zeit als Trainer beim Schweizer Pro Continental Team Roth wechselte er als Referent für Bildung zur Deutschen Triathlon Union e.V.