Es ist Ende Juli. Sie haben Ihre ersten Saisonhöhepunkte hinter sich gebracht. Die 2014er Auflagen der Jedermannrennen von Köln bis Baunatal sind Geschichte. Ich bin mir aber sicher: Sie wollen mehr! Wenn Sie Ihr Ziel verwirklicht haben und das erträumte Ergebnis  erreichen konnten, spüren Sie sicher den Wunsch es erneut zu versuchen. – Die Schönheit der Strecke, die vielen Zuschauer, das Gefühl es geschafft zu haben geht einem nicht mehr aus dem Kopf. Und wenn Sie Pech hatten, einen schlechten Tag erwischt haben wollen Sie sicher eine neue Chance.

Sie können nicht ein ganzes Jahr auf Top-Niveau fahren. Umso wichtiger ist das gezielte Vorbereiten Ihrer Hauptziele. Überlassen Sie nichts dem Zufall. Das richtige Tapering vor dem Rennen ist dabei ebenso wichtig wie die Nachbereitung. Schon die richtige Regeneration direkt nach den ersten Jahreshöhepunkten kann über den Erfolg oder Misserfolg beim Aufbau des zweiten Jahreshöhepunkts entscheiden. Dabei ist zu viel Training ebenso falsch wie zu wenig oder gar nichts tun. Wichtig zu wissen ist, dass erst Wochen nach der körperlichen Beanspruchung eines sehr harten oder langen Rennen auch die letzten Wiederherstellungsmaßnahmen abgeschlossen sind. Sie sollten schon direkt im Anschluss an ein Rennen erste regenerative Maßnahmen einleiten. Eine eiweißreiche Mahlzeit. Training mit der Blackroll, lockeres Ausfahren. Auch kalte Duschen oder Wickel können Ihre Regeneration unterstützen.

Je nach individuellem Trainingszustand kann schon 1-2 Tage nach dem Wettkampf mit leichtem GA Training begonnen werden. In der Vorbereitung auf den zweiten Jahreshöhepunkt steht weniger Zeit zur Verfügung, als vom Trainingsbeginn bis zum ersten Highlight. Vereinfachend werden die Mesozyklen der Vorbereitung noch einmal durchgespielt. Nach einer Grundlagenphase können so je nach Distanz wieder Fahrtspiele, Bergfahrten und Schwelleneinheiten eingebaut werden. Einer der wichtigsten Grundsätze ist dabei, dass die organischen Zusammenhänge der verschiedenen Trainingsinhalte beachtet und deren Ansteuerung ausbalanciert werden sollte.

Möglicherweise kann eine erneute Feststellung der Ausgangslage in Form einer leistungsdiagnostischen Untersuchung bei der Planung helfen. Sie müssen Ihr Training aber auch nach Ihrem Ziel ausrichten. Wenn Sie beim Ötztaler starten möchten, ist es wichtig auch Höhenmeter zu sammeln. Wollen Sie ein 24 h Rennen, beispielsweise am Nürburgring fahren, sind überlange Einheiten wichtig.

Letztendlich sollten Sie lernen auf Ihren Körper zu hören. Überziehen Sie nicht und versuchen Sie gerade als Einsteiger nicht gleich zu viele Rennbelastungen einzuplanen.

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DENNIS SANDIG
Dennis war Sportler mit Herzblut und begann seine sportliche Laufbahn zunächst komplex mit der Leichtathletik. Als Spross einer Radsportfamilie entdeckte der Neffe von Didi Thurau früh seine Liebe zum Rennrad. Krafttraining und Eisschnellauf brachten den nötigen Ausgleich. Nach dem Studium der Sportwissenschaften, Sportmedizin und Psychologie arbeitete er an der Universität des Saarlandes und später 3 Jahre am Institut für Sportwissenschaften der Julius-Maximilians Universität in Würzburg. Nach der Zeit als Trainer beim Schweizer Pro Continental Team Roth wechselte er als Referent für Bildung zur Deutschen Triathlon Union e.V.