Das Thema Scheibenbremsen erhitzt momentan die Gemüter sowohl in der Radsportindustrie wie aber auch beim Verbraucher selbst. Kaum ein Tag vergeht, an dem man nicht über Pro und Contra auf diversen Onlinekanälen und in Printmagazinen diskutiert. Es tauchen Horror-Videos und Fotos von schweren Verletzungen auf, die angeblich durch Scheibenbremsen verursacht wurden. Es werden aufgeschlitzte Radschuhe präsentiert und auf den Social-Media-Kanälen zigtausendfach geteilt und auch auf unterschiedlichste Art und Weise kommentiert. Bei den Profis gibt es hitzige Diskussionen rund um das Thema Scheibenbremsen, und auch die UCI trägt nicht gerade zur Ruhe bei. Mal wird es erlaubt, dann wieder verboten … zwischendurch mal für Testzwecke freigegeben.

Wer soll da noch
durchblicken?

Was ich vermisse, ist aber das Thema Kunde! Will der Radsportler überhaupt eine Umstellung? Hat man eigentlich mal den Markt befragt? Oder hat die Industrie einfach nur mal wieder etwas Neues auf den Markt bringen wollen? Ich selber war 2007 und 2008 auf der Eurobike und auch da wurde bereits das Thema Scheibenbremsen lauthals angekündigt und von diversen Herstellern präsentiert … das ist wie gesagt fast 10 Jahre her. Also, was tut sich da eigentlich? Leid tut es mir vor allen Dingen um die Hersteller, die momentan auch nicht wirklich wissen können, was die Zukunft bringt. Also wird munter zweigleisig weiterentwickelt, was natürlich die Kosten in die Höhe treiben wird, aber die Zeche wird garantiert der Konsument zahlen müssen. Wie lange soll man Rahmen, Laufräder, etc. noch in beide Richtungen weiterentwickeln? Auch die Händler sind verwirrt, welches Rad in welcher Ausführung soll man ordern, was will der Kunde eigentlich? Man kann ja nicht alles doppelt auf Lager haben. Für mich ist das momentan ein unhaltbarer Zustand.

Auch ich bin Konsument
und mich verwirrt das enorm

Ich selbst bekomme in den nächsten Wochen ein neues Rennrad, mit einer herkömmlichen Bremse. Anders war es auch nicht zu bestellen, wobei das Modell darunter nur noch mit Scheibenbremsen bestellt werden konnte. Man sieht also auch hier schon die Verwirrung eines einzelnen Herstellers. Für mich war es keine technische Entscheidung, sondern eine optische. Ich mag halt keine Scheibenbremsen am Rennrad, aber das ist sicherlich meine höchsteigene Meinung und Wahrnehmung.

Nirgendwo prallen technische Innovationen und konservatives Denken so stark aufeinander wie in der Rennradszene.

Mich interessiert jetzt einfach Eure Meinung, wie steht Ihr zu dem Thema? Ich habe diese Umfrage so einfach wie möglich halten wollen und deswegen nur 3 Antwortmöglichkeiten vorgegeben, obwohl ich weiss, dass es ein hochkomplexes Thema ist und auch von vielen Radsportlern so gesehen wird. Ich möchte nur gerne ein momentanes Stimmungsbild einfangen und ich will es nicht komplizierter gestalten als unbedingt notwendig … gerne dürft Ihr natürlich in den Kommentaren Pro- und Contra-Aspekte diskutieren und kundtun.

DANKE fürs Mitmachen!

Bildnachweise: [´www.felt.de / | pd-f´] [´www.sram.com | Nils Nilsen | pd-f´]

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JÖRG LACHMANN

Ich bin ein kreativer, konzeptionsstarker und querdenkender Vollprofi in allen Bereichen des On- und Offline-Marketings (B2B/B2C) . . . und somit (wie wohl auch nicht anders zu erwarten) beruflich als Marketingleiter bei der Firma CarbonSports (Lightweight) angestellt. Da ich schon seit vielen Jahren dem Hobby Radsport verfallen bin, habe ich mich im April 2014 dazu entschlossen, das Online-Magazin „ilovecycling.de“ mit „Herz” und vielen nützlichen Themen, Infos, Tipps und Tricks rund um den Hobby- und Jedermann-Radsport ins Leben zu rufen . . . und das alles ohne jegliches finanzielles Interesse! ;-)

4 Kommentare

  1. Habe 2 Jahre Scheibenbremse am Crosser gehabt. Die Bremswirkung inkl. Geräuschkulisse ist absoluter Mist. Ich war bei verschiedenen namhaften Fahrradläden, keiner hat es geschafft die Bremsen schleiffrei bzw. bremstauglich einzustellen. Bin mittlerweile wieder auf ein Rad mit Cantis umgestiegen und es funktioniert alles einwandfrei, auch die Bremswirkung ist wesentlich besser als mit der Scheibe.

  2. Sorry, von unvoreingenommen kann man bei dem Artikel nicht sprechen.
    Fahre auf allen meinen Rädern (MTB/RR)Scheibenbremsen und das aus den verschiedensten Gründen.
    Zum einen ist es nun wirklich von Vorgestern um die Fuhre zu verzögern auf tragenden Teilen herumzuschleifen und zum Anderen wegen der Sicherheit, weil bei so mancher Rennrad Felgenbrems kombi mit Carbonfelge man einen Kalender braucht um den Bremsweg zu ermitteln, im Straßenverkehr geht das gar nicht.
    Im übrigen gibt es diese Bremsbeläge auch nicht gerade umsonst;)
    Ferner sind alle meine Bremssysteme schleiffrei. Na ja Optik ist geschmacks und gewöhnungssache aber mir gefallen die Renner mit Scheibe einfach besser.
    Zumal sich die aussen liegenden Massen, also die Felge, sicherlich noch Gewichtssparender konstruieren lassen wenn diese nicht noch noch eine Reibfläche aufweisen müssen.
    Ein Rennrad mit Felgenbremse kaufe ich mir jedenfalls nicht mehr.
    Grüße Manuel

  3. Bin mit meinem Haibkike QRacePro DI2 seit 2 Jahren mit der Scheibenbremse unterwegs (15tkm) und bin sehr zufrieden damit. Da ich beides fahre, bevorzuge bei langen Abfahrten die Scheibe…..keine Krämpfe in den Fingern und das anbremsen geht dosierter und man kann mit zwei Fingern alles spielend machen. Das Gewicht ist zwar etwas höher aber die Sicherheit auch dafür größer! Nur der dahinter muss mehr Abstand halten…..der Bremsweg ist viel kürzer wenn ich voll drauf lange!

  4. Ich fahre seit rund 1,5 Jahren nun eine Scheibenbremse an meinem Stevens Acralis durch die Gegend. Aufgrund eines Sturz mit meinem alten Rad mit herkömmlicher Bremstechnik, bei dem der Bremsweg einfach mal zu lang war, stand für mich die Wahl fest und habe es nicht bereut. Meine Erfahrungen sind absolut positiv-bis auf die angesprochene Optik, der höhere Wartungsaufwand und das Gewicht spricht absolut nichts gegen ein Plus an Sicherheit.

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