Sportbrillen sind wichtige Sportgeräte. Sie schützen die Augen und garantieren gutes Sehen. Aber nur drei Prozent aller Brillenträger nutzen beim Sport Spezialbrillen.

Warum das so ist, welche Gefahren der Outdoorsport birgt, welche Sportbrillen sich zum Laufen oder Rad fahren eignen – davon ist im folgenden Bericht die Rede. Wir zeigen Brillentrends und geben Tipps zum Kauf.

Gleißende Sonne, blendender Schnee, holprige Radwege – der Sport im Freien birgt etliche Risiken. Wer da nicht die passende Brille trägt, gefährdet seine Gesundheit.

Die Deutschen sind längst keine Bewegungsmuffel mehr. Die Hälfte treibt mehrmals in der Woche Sport, 22 Prozent mindestens einmal.1 Die schlechte Nachricht: Jeder zweite Brillenträger nutzt dabei seine normalen Korrektionsgläser, aber nur drei Prozent eine Sportbrille.2

Und das ist wenig sportlich. Immerhin ereignet sich jeder neunte Unfall beim Sport.3 Viele davon, weil die Aktiven aus Unkenntnis ohne oder mit der falschen Brille auf der Nase unterwegs sind. Allein bei den Skiunfällen zählen Seh- und Wahrnehmungsfehler zu den häufigsten Ursachen.4

Risiken

So gesund der Sport im Freien auch ist, so viele Gefahren lauern hier schon von Natur aus: UV-Licht, Blendung, Reflexionen, Temperaturunterschiede, schwieriges Terrain. Schnee und Wasser reflektieren das Licht bis zu 85 Prozent und mehr. Skialpinisten beispielsweise können bei gleißendem Sonnenlicht die Piste nicht checken, Ruderer den Schwimmer übersehen. Da hört der Spaß schnell auf.

Alternativen

Ohne passenden Augenschutz kann die Gesundheit erheblich und auf Dauer geschädigt werden. Bei Wind und Wetter sind Sportbrillen deshalb ein Muss. Doch wie findet man die richtige? Gleich vorab: Die Outdoor-Sportbrille schlechthin gibt es nicht, auch nicht die Sportbrille für alles.

Die Sehhilfen sollen zuallererst die Träger schützen und für gutes Sehen sorgen. Oberstes Gebot: Sie müssen schädliches UV-Licht fernhalten. Wichtig sind außerdem Belüftungssysteme und Tönungen für die jeweiligen Sportarten. Dass der Augenschutz leicht, ergonomisch und anatomisch perfekt am Kopf sitzen sollte, macht die Sache komfortabel. Eine normale Korrektions- oder Sonnenbrille kann das nicht alles leisten.

So sind Sportbrillen heute funktional, bequem und natürlich auch stylisch. Sie überzeugen mit Hightech-Material, perfekter Passform und ausgefeilten Features. Auch für Fehlsichtige – jeder vierte Deutsche trägt ständig eine Brille 2 – ist die sichere Bewegung im Freien längst keine Hürde mehr. Sie können auf die Kombination von Kontaktlinsen und Sportbrille, auf Sportbrillen mit Sehstärke, Clip-in-Systeme oder Wechselscheiben zurückgreifen. Viele Möglichkeiten, von denen einige sogar Korrektionen von –15 bis +15 Dioptrien erlauben.

Wer ganzjährig Sport treibt, greift zu Baukastensystemen: Verschiedene Rahmen, Gläser und Bügel können kombiniert werden. So wird aus der Laufbrille mit spezieller Belüftung für den Sommer ruckzuck die Winterversion mit Doppelthermogläsern.

Vieles ist möglich. Man muss den Bedarf und die Angebote nur kennen. Sportoptiker beraten, helfen bei Brillenauswahl und Brillenanpassung.

Brillen im Outdoorsport,
Darauf kommt es an

  • Schutz vor UV-Strahlung, Blendung, Witterung, mechanischen Einflüssen
  • bruchsicher, schlagfest und je nach Einsatz hitze- oder kältebeständig
  • sehr leicht
  • Korrektion der Fehlsichtigkeit
  • Belüftungssysteme je nach Sportart
  • anatomisch und ergonomisch angepasste Form
  • komfortabler Sitz – kein Drücken, Wackeln, Rutschen
  • kompatibel mit Helmen
  • Tönungen und Farben je nach Breitengraden und Sportart
  • ansprechendes Design

Gefahren – das kann ins Auge gehen

Es blendet, es brennt, es schmerzt. Jeder neunte Unfall ereignet sich beim Sport. Welche Risiken der Sport im Freien birgt.

UV-Licht

Der Angriff aus der Natur ist unsichtbar und deshalb besonders tückisch. Ultraviolettes Licht (UV-Licht) schädigt nicht nur die Haut, sondern auch die Augen. Und das zu jeder Jahreszeit. Die Folgen sind manchmal erst Jahre später zu spüren. Eine akute Bindehautentzündung ist auskurierbar, auf Dauer kann UV-Licht aber auch Linse und Netzhaut bleibend schädigen.

Kinder sind auf den UV-Schutz besonders angewiesen. Sie haben größere Pupillen und hellere Augenlinsen als Erwachsene, mehr UV-Licht dringt ins Augeninnere. Fatal: Laut einer Allensbach-Studie wissen 14 Prozent der Bevölkerung nicht, dass UV-Licht die Augen schädigt.5

Blendung

Die Gefahr trifft mehr oder weniger alle Outdoorsportler – selbst im Schatten. Auch wenn der Blick nicht direkt zur Sonne geht, können Blendungen von reflektierenden Flächen das Sehvermögen gefährlich beeinträchtigen. Das hängt vom Einfallswinkel der Strahlen und von der Oberflächenbeschaffenheit ab. Neuschnee reflektiert das Licht zu etwa 85 Prozent, Sand zu mehr als 30 Prozent.6 Bei Wasser hängt die Reflexion besonders stark vom Einfallswinkel der Sonnenstrahlen ab: Ist er sehr steil, wird fast keine Strahlung reflektiert, bei einem sehr flachen Einfallswinkel nahezu die gesamte Strahlung.7

Die blendende Sonne war im Jahr 2015 hauptverantwortlich für zwei Drittel aller witterungsbedingten Verkehrsunfälle mit Personenschaden.8 Auch Sportler, die schnell unterwegs sind, bewegen sich im Risikobereich. Schon wenige Sekunden im Blindflug können für Motocross-Fahrer, Skialpinisten, Radsportler oder Surfer kreuzgefährlich werden.

Weniger gefährlich, aber ärgerlich sind die Risiken und Nebenwirkungen, zu denen kein Arzt konsultiert wird: Anspannung, Müdigkeit, Unsicherheit. Sie stehen ehrgeizigen Sportlerzielen im Weg – denn der Golf-Spieler will den Ball schließlich ins

Loch putten und der Beachvolleyballer den Float Serve erfolgreich platzieren. Wer verliert schon gern, nur weil er schlecht sieht?

Verletzungen

Der Jogger stolpert über die Wurzel, der Mountainbiker stürzt in unwegsamem Gelände, der Surfer kann dem anderen nicht mehr ausweichen.

Der Sport endet beim Arzt – häufig weil die Freizeitsportler keine oder nicht die richtige Brille auf der Nase hatten.

Jeder neunte Unfall ereignet sich nach Angaben der privaten Unfallversicherer beim Sport. Dabei schießen sich Fußballer mit 37 Prozent an die Spitze, die Skisportler folgen mit 23 Prozent auf Platz zwei, die anderen Ballspieler folgen mit zwölf Prozent.3

Gläser und Fassungen:
das punktet im Outdoorsport

Die Hersteller sorgen mit technisch ausgefeilten Gläsern und Fassungen für einen klaren Durchblick.

Brillengläser

Material

Fast alle Sportbrillengläser bestehen heute vorrangig wegen der Sicherheit aus hochwertigem, gehärtetem Polycarbonat. Das organische Glas ist im Vergleich zum mineralischen bruchsicherer, schlagfester, leichter und garantiert einen hohen UV-Schutz.

UV-Schutz

Er ist das wichtigste Kriterium für eine gute Sportbrille und hat nichts mit der Tönung zu tun. Optimalen UV-Schutz haben Brillengläser, wenn sie das gesamte ultraviolette Licht blockieren. Ein wichtiger Hinweis ist das CE-Zeichen auf der Bügelinnenseite. Es besagt, dass die Sicherheitsanforderungen nach den europäischen Richtlinien erfüllt sind. Auch die Kennzeichnung „UV 400“ ist hilfreich. Sie gibt an, dass alles Licht mit Wellenlängen unterhalb 400 Nanometer absorbiert wird.

Augenoptiker können den UV-Schutz prüfen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kauft im Fachhandel oder bei namhaften Herstellern.

Vorsicht: Sonnenbrillen von fliegenden Händlern oder aus dem außereuropäischen Ausland entsprechen oft nicht der Norm und können gefälschte CE-Kennzeichen tragen.

Tönend

Getönte Gläser schlucken einen Teil des störenden Lichts. Der Nutzen: weniger Blendung, bessere Kontraste, entspannteres Sehen. Es gibt fünf Schutzstufen, auch Blendschutzkategorien oder Tönungsstufen genannt, die von 0 bis 4 reichen. Je dunkler das Glas, desto weniger Licht dringt durch.

Für jede Outdoor-Sportart ist eine andere Kategorie optimal: Wintersportler brauchen auf dem Gletscher Kategorie 4, Jogger und Radfahrer wählen die Stufen 1 oder 2.

Eine Verlaufstönung von dunkel im oberen Bereich bis hell nach unten sorgt oben für blendfreie Sicht. Vorteil für Hobbypiloten und Golfer: Sie können die Cockpit-Instrumente beziehungsweise den Ball beim Putten besser sehen.

Selbsttönend

Die Gläser heißen phototrop (griechisch: lichtwendig) oder auch selbsttönend und passen sich automatisch den Lichtverhältnissen an. Strahlt die Sonne intensiver, werden die Gläser dunkler, trübt sich das Wetter ein, hellen sie sich auf.

Und so funktioniert es: Photoaktive Moleküle reagieren auf wechselndes Licht. Damit gelingt eine Verdunkelung von etwa zehn bis zu 90 Prozent bestenfalls schon nach 15 bis 30 Sekunden. Umgekehrt dauert es bis zur mittleren Aufhellung eineinhalb bis zwei Minuten, nach etwa acht bis zehn Minuten herrscht vollständige Klarheit. Phototrope Gläser schützen vor Blendung und verbessern das Kontrastsehen.

Von den Spezialgläsern profitieren alle, die bei wechselnden Lichtverhältnissen in moderatem Tempo sporteln – Golfer, Jogger, Radfahrer. Wer wie Motorbootfahrer hinter Fahrzeugscheiben agiert, sollte davon Abstand nehmen. Denn diese Scheiben filtern bereits einen Teil der benötigten UV-Strahlung – die Gläser dunkeln nicht ein.

Polarisierend

Sonnenlicht strahlt normalerweise unpolarisiert in alle Richtungen. Trifft es auf glatte Oberflächen wie Wasser, Schneepisten oder Sand, wird es von diesen reflektiert und polarisiert, das heißt, in eine Richtung gelenkt. Es blendet, das Kontrastsehen ist vermindert. Eine auf die Brillengläser aufgebrachte Polarisationsfolie absorbiert das reflektierte Licht und mindert die Blendung. Dieser Polarisationsfilter, kurz Polfilter, sorgt auch für besseres Farb- und Kontrastsehen. Die Augen bleiben länger fit.

Polarisierende Gläser sind für den Outdoorsport bestens geeignet. Wassersportler schätzen das Feature bei tief stehender Sonne und glatter Wasseroberfläche. Radler kommen auf flirrender Straße nicht von der Fahrbahn ab. Auch Wintersportler greifen gern zu den Polfiltern, allerdings sind sie auf schnellen Pisten weniger geeignet: Die Kontraste der Umgebung werden zwar stärker, doch Details wie vereiste Spuren können übersehen werden.

Entspiegelt

Sie ist der Klassiker unter den Brillen Veredelungen: die Entspiegelung gegen störende Lichtreflexe außen und innen auf dem Glas. Dafür werden hauchdünne Schichten aus Metalloxiden auf das Glas gedampft. Sie schalten die reflektierten Lichtwellen aus. Je mehr Schichten, desto mehr Reflexionen werden ausgelöscht, die Spiegelung nimmt ab. Es gibt leicht entspiegelte, normal entspiegelte und superentspiegelte Gläser.

Verspiegelt

Viele finden Brillen mit Verspiegelung vor allem cool. Sie schimmern in Silber oder Gold, und niemand kann sehen, wohin der Träger schaut – beim Beachvolleyball durchaus von Punktvorteil. Die Beschichtung auf der Glasaußenseite erfolgt meist mit einer Tönung und lässt die Gläser heller erscheinen. Wichtig: Die Innenseite sollte entspiegelt sein, sonst kommt es zu unangenehmen Reflexionen für den Brillenträger selbst.

Weitere Beschichtungen

Gegen das Beschlagen:

Wer als Brillenträger aus der Kälte ins Warme kommt, steht oft im Trüben. Gegen das Anlaufen der Gläser hilft eine Antibeschlag-Beschichtung, auch Antifog (englisch: gegen Nebel) genannt. Aktiviert wird die Beschichtung durch ein Spezialspray oder spezielle Putztücher.

Gegen Kratzer:

Schon die Reinigung mit einem Papiertaschentuch kann die Gläser dauerhaft beschädigen und sichtmindernde Spuren hinterlassen. Ein wirksames Mittel gegen Kratzer sind spezielle Versiegelungen, die die Fachleute auch Antiscratch oder Hartschicht nennen. So leben die Gläser länger.

Gegen Wassertropfen und Schmutz:

Damit Wasser, Staub, Schmutz und Schweiß sich nicht auf den Gläsern festsetzen, kommen Beschichtungen zum Einsatz, die hydrophob (griechisch: wassermeidend) wirken. Die Glasoberfläche wird besonders glatt. Wasser perlt ab und nimmt – gleich dem Lotuseffekt – Schmutzpartikel einfach mit.

Gegen Fett und hartnäckigen Schmutz:

Um etwa Fingerabdrücke und stark haftenden Schmutz auf den Gläsern zu reduzieren, werden die Oberflächen mit oleophob (lateinisch/griechisch: ölabweisend) wirkenden Beschichtungen versehen. Mountainbike-Fahrer schätzen die Versiegelung, die Hersteller bieten sie auch für Skibrillen an.

Farbig

Glasfarben können Kontraste dämpfen oder sichtbarer machen, die Blendung reduzieren oder verstärken. Möglich sind Verlaufstönungen, die blendfreie Sicht und Kontrastsehen in einem abdecken. Die Sportler können sich schneller orientieren und Entfernungen besser einschätzen.

Bei alldem: Sehen ist immer auch ein Gefühl. Beim Kauf die Farben am besten draußen vorm Geschäft unter natürlichen Lichtverhältnissen testen.

Ausgeblendet – die fünf Tönungsstufen

  • Kategorie 0
    80 bis 100 % Lichtdurchlässigkeit > für abends oder bei trübem Wetter.
  • Kategorie 1
    43 bis 80 % Lichtdurchlässigkeit > bei wolkigem und bedecktem Himmel.
  • Kategorie 2
    18 bis 43 % Lichtdurchlässigkeit > für den Sommer.
  • Kategorie 3
    8 bis 18 % Lichtdurchlässigkeit > in südlichen Regionen, auf hellen Wasserflächen, am Strand.
  • Kategorie 4
    3 bis 8 % Lichtdurchlässigkeit > im Hochgebirge und auf Gletschern.

Von bunt bis klar:
die Brillengläser-Farbenlehre

  • Orange und Rot …
    wirken kontraststeigernd und spielen als Aufheller bei diffusem Licht und Nebel ihre Stärken aus. Geeignet besonders für Sport unter wechselnden Lichtverhältnissen.
  • Grau …
    sorgt für natürliches Sehen und ist ein Fall für Sonnenschein, weil es die störende Blendung reduziert. Allerdings wird der Kontrast im Vergleich zu Orange und Rot nicht gesteigert.
  • Braun …
    hat nach Grau die höchstmögliche Farbtreue. Eine Variante für fast alle Sportarten vorzugsweise bei Sonnenschein. Der Allrounder bietet universellen Blendschutz.
  • Grün …
    gute Farbwahrnehmung mit hohem Blendschutz.
  • Farblos …
    bedeutet ohne Tönung. Hier fehlt zwar der Blendschutz, aber UV-Strahlen, Wind, Insekten und Spritzwasser gehen nicht ins Auge.

Brillenfassungen

Die Fassungen für den Outdoorsport sind mehr als nur Gestelle. Das müssen die Multitalente bieten:

  • leichtes, bruch- und schlagfestes Material – Kunststoff wie Polyamid oder Nylon
  • optimale Passform – die Augen umschließende sogenannte Wrap-around-Fassungen, verstellbare Bügel und Nasenpads
  • fester Sitz – verstell- oder dehnbare Haltebänder, Antirutschauflagen am Bügelende und Nasensteg
  • Schweißschutz – Schweißband an der Stirninnenseite
  • Belüftung – Schlitze oder in den Rahmen integrierte Belüftungssysteme
  • Platz für Gläser in eigener Sehstärke – Klicksysteme, großer Rahmen für die Brille darunter
  • Sicherheit – Sicherheitsleine, sogenannte Safety Leash

Mit Korrektion:
das funktioniert bei Sportlern

Jeder dritte Deutsche trägt ständig eine Brille.2 Für den Sport ist sie aber in den wenigsten Fällen geeignet. Das heißt nicht, dass die Aktiven im Blindflug unterwegs sein müssen.

Kontaktlinsen und Sportbrille

Bei Indoor- oder bewegungsintensiven Mannschafts-Sportarten, zum Beispiel beim Fußball, sind Kontaktlinsen meist die bessere Alternative. Der Abwehrchef des FC Bayern München, Jérôme Boateng, liebt Brillen. Auf dem Platz aber trägt der kurzsichtige „Most Stylish Man Germany“ Kontaktlinsen. Damit gehört er zu den 3,3 Millionen Kontaktlinsenträgern hierzulande.2 Die Sportler unter ihnen schätzen den Vorteil der weichen und harten Linsen:

  • Das Sichtfeld ist uneingeschränkt.
  • Alles ist scharf, nichts wird verzerrt.
  • Das nervende Beschlagen der Gläser entfällt.
  • Regen und Schnee können die Sicht nicht trüben.
  • Es gibt keine Druckstellen durch Bügel und Nasenstege.

Ohne Sportbrille geht es in den meisten Outdoor-Sportarten aber nicht. Erst das Duo Kontaktlinsen plus Brille bringt Sicherheit und Komfort: Sehschärfe, Schutz gegen UV-Strahlung, Blendung und Wind sowie vor Ästen, Insekten & Co. Im oder unter Wasser raten Experten zu weichen Tageslinsen. Egal ob schädliche Keime oder Chlorwasser in die Augen geraten – die Linsen werden nach dem Gebrauch ohnehin entsorgt.

Sportbrille mit Sehstärke

Maßarbeit: Einstärkengläser und Gleitsichtgläser müssen in Form und Durchbiegung der Fassung angepasst, die Augen vom Augenoptiker genau vermessen werden. Mit ihrem großen Sichtbereich toppen sie die meisten Clip-in-Systeme.

Nachteile: Die Gläserstärke liegt je nach Fassung und Augenabstand in der Regel bei maximal –4 bis +4 Dioptrien. Auch Maskenbrillen lassen sich damit nicht bestücken. Für die Sonderanfertigung müssen die Käufer tiefer in die Tasche greifen.

Alternativ bietet der Markt Sportbrillen mit Baukastensystem: Per Adapter werden die Originalgläser gegen optische Gläser ausgetauscht. Das kommt Fehlsichtigen entgegen, die oft zwischen Kontaktlinsen und Gläsern wechseln.

Clip-in-Systeme

Hier werden Korrektionsgläser von innen zwischen Schutzglas und Augen geklemmt. Davon profitieren Maskenbrillen-Träger und Sportler mit höheren Dioptrie-Werten sowie solche, bei denen sich die Sehstärke häufig verändert.

Dafür gibt es Abstriche beim Komfort: Weil die Gläser nah am Auge sitzen, verschmutzen oder beschlagen sie leichter, die Wimpern können Kontakt zu ihnen haben. Der Sichtbereich kann eingeschränkt sein, weil die Clip-ins kleiner sind als die fest eingebauten Korrektionsgläser.

Gegen diese Tücken helfen Brillen, bei denen die Korrektionsgläser von außen in einen speziellen Sportbrillenrahmen eingesetzt und anschließend von außen durch die große durchgebogene Frontscheibe fixiert werden. Die Brille trägt sich komfortabel wie eine normale, die Sicht ist beschlagfrei und uneingeschränkt. Das System ermöglicht Brillenstärken von –15 bis +15 Dioptrien.

Sehtest regelmäßig

Sportler, die schlecht sehen, reagieren langsamer – mit besonders fatalen Folgen bei Highspeed-Aktivitäten wie Motocross, Ski Alpin oder Mountainbiking.

Da die Sehkraft schleichend nachlässt, bleibt ein Defizit zunächst oft unbemerkt. Um das Unfallrisiko aufgrund schlechten Sehens zu mindern, sollten Outdoorsportler ihre Augen regelmäßig überprüfen lassen.

Wissenschaftler empfehlen Sehtests bereits im Kindesalter, ab dem 40. Lebensjahr alle zwei Jahre.

Erste Hinweise auf Sehschwächen geben Online-Sehtests*
seh-check.de/online-seh-checks

*)  Ersetzt nicht den Sehtest bei Augenoptiker, Optometristen oder Augenarzt!

Brillen – das passt fürs
LAUFEN und Rad fahren

Für fast alle Outdoor-Sportarten gibt es maßgeschneiderte Brillen. Besten UV-Schutz und die Korrektur in eigener Sehschärfe sollten sie alle haben. Was bei beim Lauf- und Radsport außerdem zu beachten ist.9 

Gefahren:

  • UV-Licht
  • Blendung
  • Reflexionen
  • wechselndes Licht
  • Wind
  • Tempo
  • Fremdkörper
  • Körperhaltung

Schutz:

Glaswahl

  • Jogger Blendschutzkategorie 1 bis 2.
  • Rennradfahrer mindestens Kategorie 2.
  • Phototrope Gläser; polarisierende Gläser.
  • Standard vor allem für Mountainbiker und Trailläufer:

Gläser aus schlagfestem Polycarbonat mit kratzfester, harter Beschichtung.

Glasfarben

  • Bei Touren mit viel Licht-und-Schatten-Spielen Orange, Rot oder Braun. Straßenradfahrer wählen Grau oder Braun – für ganzjährig gute Sicht.

Brillenfassungen:

  • Runde, an den Kopf geschmiegte Form, innen gummierte Bügel für festen Halt auf der Mountainbike-Piste.

Die Brille darf nicht klemmen und muss zum Helm passen.

  • Für Läufer filigrane, leichte Brillen, rahmenlose Modelle, Halbrahmenfassungen; für Radfahrer größere, geschlossene Fassungen.
  • Biker und Skater sollten den Neigungswinkel der Fassungen verstellen können, um nach unten schauen zu können. Kleine Schlitze zwischen Rahmen und Gläsern gegen Beschlagen. Empfehlenswert: Schweißband auf der Bügelinnenseite.

 

Wusstest Du schon, dass … 

… die Outdoorsportarten Radfahren, Joggen und Wandern

auf der Skala der beliebtesten Sportaktivitäten der Deutschen nur von Fitnesstraining und Gymnastik übertroffen werden? Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Januar 2016.10

… Gegenstände durch eine Taucherbrille

im Wasser um ein Drittel vergrößert und beim räumlichen Sehen um ein Viertel näher erscheinen? Verantwortlich dafür ist laut Aussage der Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin die unterschiedliche Lichtbrechung im Wasser.11

… sich etwa jeder dritte Schneesportler

fehlsichtig auf Pisten und in Loipen bewegt? Darauf weist die Stiftung Sicherheit im Sport hin.12

… Radfahren die Aktivität ist,

bei der der Anteil der Brillenträger am höchsten ist? Hier sind 38 Prozent mit Brille unterwegs, gefolgt von Wanderern mit 31 Prozent.2

… sich nur sieben Prozent der Best Ager

(45- bis 69-Jährige) von der Verkaufssprache der Sportbranche angesprochen fühlen? Zu diesem Ergebnis für die Altersgruppe mit der höchsten Kaufkraft kommt eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach.13

… etwa 23,7 Millionen Deutsche

in fast 91.000 Sportvereinen organisiert sind? Diese Zahlen basieren auf Erhebungen des Deutschen Olympischen Sportbundes.14

… der Anteil der Brillenträger

unter den 20- bis 29-Jährigen überdurchschnittlich steigt? 2008 waren es 26 Prozent, 2014 bereits 32 Prozent.2

… in Deutschland die 40- bis 59-Jährigen

als Lieblingssport das Radfahren nennen? 40 Prozent gaben laut einer Umfrage an, per Fahrrad oder Mountain Bike aktiv zu sein.10

Quellenangaben Infografik

  1. a) Beweg Dich, Deutschland! – TK-Bewegungsstudie 2016, Basis: Repräsentative

Befragung zum Bewegungsverhalten volljähriger deutschsprachiger Personen durch das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse (Januar 2016). Mehrfachnennungen möglich.

  1. b) gdv.de | Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)

Quellenangaben Texte

1 Statista – Das Statistik-Portal: Wie häufig treiben Sie Sport?de.statista.com/statistik/daten/studie/158278/umfrage/haeufigkeit-von-sport-und-bewegung/

2 Allensbachstudie 2014/15 „Sehbewusstsein der Deutschen“.

3 Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV): Jeder dritte Sportunfall ereignet sich beim Fußball. Pressemitteilung vom 6. Juni 2016. www.gdv.de/2016/06/jeder-dritte-sportunfall-ereignet-sich-beim-fussball/

4 Stiftung Sicherheit im Sport: Hals- und Beinbruch? www.sicherheitimsport.de/uebungsleiterinnentrainerinnen-sportlerinnen/sportartenspezifische-informationen/schneesport/mit-sicherheit-mehr-spass/hals-und-beinbruch/

5 Allensbach-Studie 2012 „Sehbewusstsein der Deutschen“.

6 Kappas, Martin: Klimatologie. Klimaforschung im 21. Jahrhundert – Herausforderung für Natur- und Sozialwissenschaften, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2009, S. 79–81.

7 wetteronline: Wetterlexikon – Albedo. www.wetteronline.de/wetterlexikon?topic=albedo

8 Statistisches Bundesamt: Verkehrsunfälle – Unfallursachen. Wiesbaden 2016.

9 Nach Informationen von Jens Heymer, Augenoptikermeister, Spezialgebiet Sportoptik, und Dozent für Sportoptik an der HWK Dortmund.

10 Beweg Dich, Deutschland! TK-Bewegungsstudie 2016, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Forsa. Als PDF abrufbar unter m.tk.de/centaurus/servlet/contentblob/819848/Datei/163832/TK-Bewegungsstudie-2016-Beweg-dich-Deutschland.pdf

11 Gesellschaft für Tauch- und Überdruckmedizin: Tauchmedizin – Sehen.
www.gtuem.org/content/975/84/tauchmedizin/sehen

12 Stiftung Sicherheit im Sport: Schnee- und Sonnenbrillen.
www.sicherheitimsport.de/uebungsleiterinnentrainerinnen-sportlerinnen/sportartenspezifische-informationen/schneesport/schneesportvor-dem-winter/schnee-und-sonnenbrillen/.

13 Generation Sport – Agentur für Best Ager, Marketing im Sport, ispo Winter 08: Best Ager im Sportmarkt – Markt, Potenziale, Ansatzpunkte. Als PDF abrufbar unter media.nmm.de/07/ispowinter08_bestagerstudie_jan2008_de_19167407.pdf

14 Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch 2015, Rubrik Kultur, Medien, Freizeit.
Als PDF abrufbar unter www.destatis.de/DE/Publikationen/StatistischesJahrbuch/KulturMedienFreizeit.pdf?__blob=publicationFile

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