Südlich des Bodensees finden Radsportler eine traumhafte Landschaft vor: Der See, Berge, kleine Flüsse und charmante Städtchen. Rennrad-Fahrer schätzen die Gegend mit ihrem milden Klima und den vielen rennrad-tauglichen Asphaltstraßen rund um den Bodensee und das Hinterland. Steht man oben auf dem Pfänder, dem Hausberg von Bregenz, sieht man die ganze Vielfalt der Region im Dreiländereck Deutschland, Schweiz und Österreich. Die Region ist zu jeder Jahreszeit ein Eldorado für Hobby-Rennradfahrer.

Gerade an Herbsttagen, wenn über dem Bodensee der Nebel liegt, lohnt es sich aufs Rad zu steigen und den einen oder anderen Gipfel zu erklimmen. Oben angekommen schaut man auf ein atemberaubendes Nebelmeer mit herausragenden Spitzen der Alpen. Im Frühjahr hingegen lädt der Bodensee mit seinen tollen Radwegen und Sehenswürdigkeiten ein. Im Sommer, mit dem Ansturm der Touristen, meidet man am besten die Radwege um den See und nutzt das Hinterland mit seinen kleinen, wenig befahrenen Straßen vorbei an den ganzen Obstplantagen und schönen Ausblicken.

Als Kenner und Liebhaber der Dreiländerregion, wollen wir nun einige Empfehlungen, Tipps und Events rund um das Dreiländereck geben:

SEEUMRUNDUNG

Eine legendäre Seeumrundung ist ein Klassiker und gehört für die Langdistanzradler zu einem Muss. Mit einer Gesamtkilometerzahl von über 200 ist die Umrundung an einem Tag gut zu bewältigen. Abkürzungen sind immer noch von Friedrichshafen nach Rorschach und von Meersburg nach Konstanz mit der Fähre möglich. Die Strecke ist auf der deutschen Seite eher auf „Radtour“ und weniger auf „Radsport“ ausgelegt und verläuft dort über größere Distanzen entlang des Bodenseeradwegs. Im Sommer sollte man früh starten, da sind die Wege trotz des Tourismus noch frei genug, um gut voran zu kommen. Auf der Schweizer Seite verläuft die Strecke meist entlang der Hauptstraße, wo man gute Radwege oder eine durch Markierung angegrenzte Radspur nutzen kann. Insgesamt ist die Seeumrundung eine schöne Panorama-Tour mit viel Blick auf den Bodensee und wenig Höhenmetern. Man muss beachten, dass die Gegend nicht gerade verkehrsarm ist und man an einigen Stellen ziemlich dicht im Verkehr stecken kann.

RHEINTALRADWEG

Ab der Rheinmündung bei Bregenz geht der Radweg über 100 km den Rheindamm entlang über Buchs, Vaduz und Landquart bis nach Chur. Vorbei an gigantische Gebirgslandschaften radelt man flach bis in die Hauptstadt Graubündens. Chur gilt als die älteste Stadt der Schweiz. Schon die Römer hatten hier einen wichtigen Stützpunkt auf dem Weg von Norditalien über die Alpen zum Bodensee. Einen Abstecher nach Liechtenstein, zum Schloss von Vaduz bis hoch nach Malbun auf 1600m Höhe, ist zu empfehlen. Man wird mit weiten Blicken ins Rheintal und in die Schweizer Berge belohnt.

VOM SEE IN DIE BERGE UND ZURÜCK

Die Tour startet in Lochau am Bodensee und führt über Bregenz vorbei an der Seebühne nach Dornbirn. Für eine solche Tour kann der Startort frei gewählt werden. Lochau ist empfehlenswert, da es am Stadion ein kostenloser Parkplatz für das Auto gibt. In Dornbirn angekommen folgt gleich die erste Herausforderung. Das Bödele (Losenpass 1140 m) fordert jeden Radler mit seinen 8 km und 700 Hm. Die Anstrengung der Auffahrt wird mit tollen Blicken auf den See und ins Rheintal belohnt. Bei der Abfahrt blickt man weit auf Berge, den Bregenzerwald bis ins Allgäu hinüber. Hügelig geht es weiter über Krumbach nach Sulzberg (1013 m). Sulzberg ist ein idyllisch auf einem schmalen Bergkamm gelegenes Dörfchen unmittelbar hinter der deutschen Grenze. Nach 5,3 km und 310 Hm Aufstieg bekommt man einen einmaligen Rundblick: Der Bregenzerwald liegt einem vor den Füßen und man hat das gesamte Panorama von den Oberstdorfer Alpen über die Nagelfluhkette, den Ifen und die Damülser Mittagspitze bis zu den Bündner Riesen und schließlich dem Altmann/Säntis vor sich. Nach einer fantastischen Abfahrt mit Blicken auf den Bodensee geht es schon wieder nach oben in den sonnenreichsten Ort Deutschlands nach Scheidegg. Auf der Hochebene entlang kreist der Blick in die weite Ebene Richtung Oberschwaben. Einen Abstecher über den Pfänder rundet die Tour nochmals ab, bevor die finale Abfahrt „quasi“ in den Bodensee folgt. Die Tour beträgt 95 km und hat 2300 Hm.

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EINE RUNDE INS APPENZELLERLAND

In der Hügellandschaft zwischen Bodensee und Säntis ticken die Uhren langsamer. Nach einer Fahrt über Altstätten und den Ruppenpass (1003 m) taucht man in die Gemeinde Trogen in eine vergangene Zeit ein. Schöne alte Bauernhäuser bis hin zu prunkhaften Gebäuden sind zu bestaunen. Der Weg führt weiter Richtung Heiden über den Kaien, bevor mehrere Wege bergab zum See mit tollen Landschaftseindrücken folgen.

GEHEIMTIPP AUFSTIEG ZUM DREILÄNDERBLICK

Der Dreiländerblick (1057 m) liegt südlich von Oberstaufen im Allgäu. Dieser weitgehend unbekannte Übergang gehört mit seiner Abgeschiedenheit und dem schönen Ausblick zu einem echten Geheimtipp: Neben Deutschland und Österreich sind im Hintergrund bei guter Sicht auch das Rheintal und die Appenzeller Alpen in der Schweiz zu sehen. 2003 führte die siebte Etappe der Tour de Suisse über den Pass nach Oberstaufen. Im Grunde genommen handelt es sich beim Dreiländerblick um einen unechten Pass, weil sowohl der Ausgangspunkt Aach im Allgäu als auch der Endpunkt Oberstaufen-Weißach im gleichen Tal liegen. Die Passbezeichnung Dreiländerblick stammt von der Tour de Suisse. Namensgebend war hierbei der benachbarte Gipfel Dreiländerblick. Bitte daher nicht verzweifeln, wenn selbst ein einheimischer den Pass Dreiländerblick nicht kennen sollte. Zu empfehlen ist der Aufstieg von Aach im Allgäu. Der Ort liegt an der Hauptstraße von Oberstaufen (D) nach Krumbach (AUT). Von Österreich kommend biegt man in Aach rechts ab und folgt dann immer der kleinen, aber gut asphaltierten Fahrstraße nach Hagspiel. Um oben anzukommen muss man immer die steilste Straße Richtung Steibis benutzen. Der Anstieg gehört mit seinen 3,5 Kilometer zwar nicht zu den längsten Anstiegen, aber mit einer durchschnittlichen Steigung von 11,7 %, und max. Werten von ca. 16-17 % zu den anspruchsvollen.

Bild-Dreiländerblick

STOPPOMAT AM HÖCHSTEN

Im Hinterland des Bodenseekreises erhebt sich der „Höchsten“ mit seinen 838 m. Die Strecke von Urnau auf den Höchsten ist unter Radfahrern sehr beliebt, da hier die erste Bergzeitmessstrecke Deutschlands installiert wurde. Hier kann jeder seine Zeit mit einer Stempelkarte messen und die Ergebnisse auf www.stoppomat.de einsehen. Auf 8,2 km und 338 Hm kann man sich mit den Profis messen. Am Aufstieg fanden schon die deutschen Bergmeisterschaften statt. Oben auf dem Gipfel angekommen hat man bei schönem und klarem Wetter einen schönen Rundblick bis in die Alpenkäme der Schweiz, Österreich und Bayern.

EVENTS IM DREILÄNDERECK

Bodensee

Bildnachweise: © Jürgen Fälchle – Fotolia und Tobias Ganzmann

TOBIAS GANZMANN
Sportlehrer / Bewegungs- und Sporttherapeut / Aufbaustudium Sportmanagement. QUALIFIKATIONEN: Lactatdiagnostiker, Medizinische Trainingstherapie, Zulassung erweiterte ambulante Rehabilitation, Rückenschullehrer, Dorntherapeut, Fitnesstrainer, Posturale propriozeptive Therapie, Abschlußarbeit “Verschiedene Trainingsformen im Mittelstreckenlauf”. SPORTLICHE ERFOLGE: Leichtathletik: 1998 deutscher Jugendmeister 800m und Junioren Weltmeisterschaft Teilnahme, Mehrfacher Süddeutscher und Baden Württembergischer Meister. Rennradsport: Aufstieg in die B-Amateurklasse, Viele Top-Ten Platzierungen bei Rennen in BW, Bayern, Rheinland Pfalz, Schweiz und in Österreich. Top-Ten Platzierungen bei Radmarathons. Für Athleten und Unternehmen ist er außerdem immer wieder als Guide in der Bodenseeregion unterwegs.