Am vergangenen Mittwoch wurde die Bottle of Honour-Initiative gestartet. Zum Verständnis: die Bottle of Honour ist eine personalisierte Trinkflasche, die sich Sportler in einem Vorgang der Ehrung als Geschenk über die Website http://www.ofhonour.com verleihen. Eine Super-Idee, deren Ursprung ich auf den Grund gehen wollte.

Ein Besuch bei den
beiden Initiatoren
Jan Praetzel und Kai Rapp

Auf dem kupferfarbenen Klingelschild des alten Hauses entdecke ich den Of Honour-Schriftzug. Eine massive Eichentür öffnet sich knarrend und zwei fröhliche Gesichter schauen mich erwartungsvoll an. ilovecycling.de in Person Jörg Lachmann meets Of Honour und das mitten in Norddeutschland.  Einiges hatten mir die beiden Initiatoren der Bottle of Honour-Initiative, Jan und Kai schon am Telefon mitgeteilt. Begriffe wie „Dank“, „Ehrwürdigkeit“, „Gemeinsamkeit“ und „Erhalt der Tradition des Sportmanship“ fielen und ich war gespannt, was es damit auf sich hat. Diesen Gedanken noch im Hinterkopf, führen mich die beiden auch schon in ein 100 Jahre altes holzvertäfeltes Zimmer im Urzustand. Dieses dunkle Kaminzimmer scheint das Besprechungszimmer zu sein. Es trieft geradezu vor Altehrwürdigkeit. Ich schaue in die Regale und bemerke, dass sich dort fast ausschließlich Radsportliteratur befindet. Bücher, Magazine aber auch einige andere Relikte aus der Radsportwelt.

Ich drehe mich zur Seite und erblicke an einer Wand, von beiden Seiten durch antike Wandleuchten angestrahlt, ein großes Bild.

„Coppi und Bartali, 1952 Tour de France, 11. Etappe: Bourg d’Osians – Sestriere!“

erklärt Kai von der Seite. „Das wohl berühmteste Bild des Radsports, da dessen Geheimnis nie wirklich gelüftet wurde. “ Das Bild zeigt Gino Bartali und Fausto Coppi, die sich leidend einen Anstieg hochkämpfen. Zwischen beiden wird ein Trinkflasche übergeben und man kann nicht deuten, wer wem die Flasche reicht.

Kai erzählt weiter, dass beide Sportler das Geheimnis selbst auf dem Sterbebett nicht aufgeklärt haben.

„Aus diesem Bild leitet sich für uns die Aussage ab, dass sich wahre Sportler auch bei bestehender Rivalität respektieren und sogar unterstützen, dass sie im Sinne der Liebe für ihren Sport diese Werte auch im erbittersten Kampf nicht aufgeben. Das hat uns zutiefst beeindruckt.“

Nach dieser Einleitung in diesem Ambiente spüre ich langsam, worum es hier geht. Kai kenne ich noch von der Deutschland Tour, die er 10 Jahre lang als Tour Direktor leitete, bevor er für kurze Zeit wieder die Führung der Cyclassics und der Velothon-Veranstaltungen übernahm. Genauso wie Kai ist Jan ein passionierter Radsportler. Mitglied im Club des Cinglés du Mont-Ventoux, ein Mensch also, der dreimal hintereinander den Mont-Ventoux bewältigt hat. Diverse andere Veranstaltungen befinden sich in seinem Palmares. Er weiß also, wovon er spricht.

Jörg Lachmann:  Ihr habt nun die beiden ersten Tage hinter Euch. Wie war das erste Feedback? Hat die Radsport Community die Idee verstanden?

Jan: Die Reaktionen waren großartig und darüber sind wir sehr glücklich. Da es sich nicht um ein klassisches Produkt handelt, sondern eine Art Initiative, ist es sicherlich notwendig, dass wir nicht müde werden, die Idee zu erklären.

Jörg Lachmann: Wie lautet denn die Idee?

Jan: Die Bottle of Honour ist ein physisches Freundschaftssymbol um Dank, Wertschätzung und Gratulation auszudrücken. Das, was man bei Facebook als gehobenen Daumen erhält, in eine für Sportler praktische und zugleich trophäen-ähnliche Form transformiert. Sprich als Edel-Trinkflasche. Und wie es sich für einen Pokal gehört, ist dieser graviert und wird von einer Urkunde begleitet.

In diesem Moment greift Kai unter seinen rissigen Ledersessel und überreicht mir einen schwarzen Karton mit einer kryptischen 55 und dem Slogan

„FOR WHAT YOU DO,
FOR WHO YOU ARE“

heraus. Ich öffne vorsichtig den noblen Karton. Automatisch klappt sich ein Papier auf und gibt den Blick auf eine kupferfarbene Trinkflasche frei.

Ich muss schon sagen:
Todschick!

Mein Blick gleitet aber wieder auf das Papier, das die besagte Urkunde sein muss. „Letter of Honour“ lese ich auf dem Briefkopf. Ich ziehe den Letter vorsichtig aus den Schlitz und lese weiter: “ Mit deiner großartigen Initiative „I love Cycling“ spendest Du den Radsportlern in Deutschland sehr viel Freude. Bleib‘ wie Du bist und folge weiter deiner Mission, Menschen zum Radfahren zu bewegen!“

Ok, jetzt haben sie mich, denke ich mir und spätestens als ich die Flasche mit meiner persönlichen Gravur aus dem Karton ziehe, weiß ich, dass eine Sportler-Ehrung auch ohne 1., 2. oder 3. Platz sehr viel Sinn und noch viel mehr Freude machen kann.

Jörg Lachmann: Vielen Dank, ich fühle mich tatsächlich extrem geehrt! Mir ist gerade klar geworden, was ihr meint. Dass es sich bei der Bottle of Honour nicht um einen Siegerpokal, sondern vielmehr um eine Trophäe handelt, die die gemeinsame Freude am Sport und die Freundschaft zwischen Sportlern ausdrückt.

Kai: Genau darum geht es. Ich habe zwanzig Jahre lang Jedermann-/frau-Veranstaltungen und natürlich Profi-Events durchgeführt und auch an einigen Fremdevents teilgenommen.  Ich habe mich nach mehreren Events – vermutlich auch aufgrund mangelnden Talentes – als nicht kompetitiven Sportler wiedergefunden. Ich habe dabei die Erkenntnis gewonnen, dass der Geist des Sports und der Spaß am Sport nicht mit dem Erfolg eines Sportlers zusammenhängt, sondern davon völlig losgelöst ist. Ich persönlich konnte den Sport sogar intensiver geniessen, als ich mich auf die Gemeinsamkeit mit Freunden, das Abenteuer, die gemeinsame Reise und den Dank dafür fokussiert habe.

Jan: Aber für das Zelebrieren dieser Gemeinsamkeit jenseits der Medaillenränge gab es ausser der High-Five oder dem Bier danach keine richtige Ausdrucksform. Das fanden wir sehr schade und so kam die Idee auf.

Kai: Oder ein anderer Ansatz: Freunden oder Bekannten habe ich bisher immer gerne Merci-Schokoladen als Dank geschenkt. Die Überwindung, diese nicht selbst zu essen, war oft einfach zu hart. Da musste etwas anderes her.

Jörg Lachmann: Und Spaghetti-Eis kann man schlecht versenden… 😉 Auf Eurer Website erzählt ihr schöne Geschichten auch aus anderen Sportbereichen. Ist die Bottle of Honour nicht den Radsportlern vorbehalten?

Kai: Absolut nicht. Wir denken aber, dass Radsport der optimale Sport für den Start der Intiative ist. In kaum einer anderen Sportart treibt man soviel Sport zusammen, erlebt man soviele Abenteuer gemeinsam. Keine andere „Team“-Sportart kann einen das ganze Leben so begleiten. Und leztzendlich ist es „unsere“ Sportart.

Fazit

Also ich bin von dieser Geschäftsidee total begeistert und mir fallen auch glatt ein paar Menschen ein, denen ich damit in naher Zukunft eine Ehre erweisen möchte … endlich habe ich das passende Medium dafür gefunden … warum ist mir das neben Fussmatten, Radkollektion, T-Shirts, Tassen etc. nicht selbst eingefallen?!? 🙂

Die Bottle of Honour

Beschreibung
FOR WHAT YOU DO — FOR WHO YOU ARE

0,75 l Trinkflasche,
biologisch abbaubar.
Lieferung per Geschenkkarton
in 3–4 Werktagen.

Die Bottle of Honour ist ein einzigartiges, personalisiertes Geschenk für Sportler. Es ist ein Freundschaftssymbol um Dank, Wertschätzung und Gratulation auszudrücken.

Preis: 24,50 
inkl. 19% MwSt.
zzgl. Versandkosten

Bottle of Honour zu bestellen unter: www.ofhonour.com

 

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JÖRG LACHMANN
Ich bin ein kreativer, konzeptionsstarker und querdenkender Vollprofi in allen Bereichen des On- und Offline-Marketings (B2B/B2C) . . . und somit (wie wohl auch nicht anders zu erwarten) beruflich als Marketingleiter bei der Firma CarbonSports (Lightweight) angestellt. Da ich schon seit vielen Jahren dem Hobby Radsport verfallen bin, habe ich mich im April 2014 dazu entschlossen, das Online-Magazin "ilovecycling.de" mit „Herz” und vielen nützlichen Themen, Infos, Tipps und Tricks rund um den Hobby- und Jedermann-Radsport ins Leben zu rufen . . . und das alles ohne jegliches finanzielles Interesse! ;-)

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