Jennifer_Eisenhuber_010In unserer Rubrik “Wir stellen vor” möchten wir Euch heute Jennifer vorstellen. Aber wer ist eigentlich diese junge Frau und warum stellen wir gerade sie vor? Kennengelernt haben wir sie bei der diesjährigen Tour Transalp, genauer gesagt auf dem Parkplatz vor dem Start zur ersten Etappe. Sie stürmte regelrecht auf mich zu und liess es sich nicht nehmen ein paar nette Worte über “ilovecycling.de” loszuwerden und natürlich endete der Smalltalk mit einem abschließenden gemeinsamen Foto.

Was ich bis dahin nicht erahnen konnte, war, dass sich unsere Wege jetzt häufiger kreuzen würden. Vom ersten Tag an standen wir im selben Startblock “C”, sie in vorderster Front mit ihrer Teamkollegin von “Ladykracher”. Sobald die Startmelodie “This Girl” ertönte war es um sie geschehen . . . sie tanzte und versprühte ein “Gute-Laune”Feeling” was man vor so einer harten Tour Transalp Etappe gut gebrauchen konnte. Alle um sie herum wurden dadurch angesteckt und starteten mit einem Grinsen im Gesicht in die jeweiligen Etappen.

Auch während der 7 Etappen kreuzten sich immer wieder unsere Wege, und auch dort hatte man nie das Gefühl, dass sie auch nur ansatzweise erschöpft gewesen wäre. Immer wieder liess sie einige lockere und auch motivierende Sprüche fallen . . . einfach herzerfrischend!!!

Nun lasse ich aber endlich mal Jennifer zu Wort kommen . . . damit auch ihr sie näher kennenlernt . . . und vielleicht trefft ihr sie ja auch mal bei einer der nächsten Jedermann-Radsport-Veranstaltungen . . . es lohnt sich auf jeden Fall!

Name: Jennifer Eisenhuber
Jahrgang: 1982
Wohnort: Wiesbaden
Beruf: Sozialarbeiterin beim Jugendamt
Verein: SC Wiesbaden 1911 e.V.
Team: Team Rheinhessen

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ilovecycling.de: Wie lange fährst Du bereits Rennrad und wie bist Du überhaupt zum Radsport gekommen?

Jennifer Eisenhuber: Rennrad fahre ich seit knapp 8 Jahren. Ich habe bis 2002 aktiv Kick-Boxen betrieben. 3mal die Woche Training und natürlich an Wettkämpfen teilgenommen.
Nach einer schweren Knieverletzung (während des Trainings) sagte mir mein Arzt, dass ich nie wieder Leistungssport betreiben könne.
Für Leistungssportler ist diese Diagnose natürlich gleiczusetzen wie ein Todesurteil. Mein Arzt hätte mir ebenso sagen können: ,,Leg dich einfach in die Ecke und vegetiere vor dich hin“… Nein, dass genau kann ich eben nicht.
Regelmäßiges Radfahren und Schwimmtraining halfen mir mein Knie wieder fit zu bekommen. Schnell war mir dann die Idee gekommen an einem Triathlon zu nehmen. Wenn da nur nicht dieses lästige Laufen wäre. Nach jedem Schwimmen freute ich mich aufs Radeln und ärgerte mich das ich mich nicht zu sehr auspowern durfte um danach noch das Laufen zu überstehen.
So kam mir das Rennen “Rund um den Eschborner Finanzplatz” doch gerade recht.
2012 fuhr ich dort das erste Mal mit und war überwältigt von dem Tempo und dem Fahren im Feld.
Endlich mal auf das Pedal drücken ohne dir Gedanken machen zu müssen, ob du danach noch geradeaus laufen kannst oder nicht. Herrlich!!!

ilovecycling.de: Wie wichtig ist Dir der Radsport?

Jennifer Eisenhuber: Neben der Familie und meinem Freund hat der Radsport eine wichtige Stellung in meinem Leben. Der Sport hilft mir einfach mit allen Lebenslagen zurechtzukommen. Ist der Arbeitstag mal ,,sche…“ hüpfe ich aufs Rad und dann komme ich mit einem Lächeln wieder nach Hause.
Urlaube verbringe ich ebenfalls zum Großteil auf dem Rad. Entweder mit Zelt und Gepäck oder bei schönen Touren in den Bergen dieser Welt. Nach ein oder zwei Wochen habe ich jedes Mal das Gefühl das ich ewig von zu Hause weg war.
Der Erholungsfaktor ist enorm.
Kurz und knapp, ein Leben ohne Radeln ist für mich nicht vorstellbar.

ilovecycling.de: Wie viele Stunden trainierst Du im Schnitt pro Woche?

Jennifer Eisenhuber: Die Stunden variieren logischerweise je nach Winter und Sommermonaten.

ilovecycling.de: Was motiviert Dich?

Jennifer Eisenhuber: Die Möglichkeiten die sich mir durch den Radsport ergeben, wie z.B. Kennenlernen von interessanten Menschen und Orte sehen, an denen ich sonst nicht vorbeikommen würde.

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ilovecycling.de: Wie nervös bis Du vor einem Wettkampf und wie bekämpfst Du Deine Nervosität?

Jennifer Eisenhuber: Ich rede mir vor Wettkämpfen immer ein, dass ich mich dort angemeldet habe um meinen Spaß zu haben und nicht mein Leben davon abhängt.
Dies funktioniert immer ganz gut und so bin ich vor Wettkämpfen in der Regel entspannt.
Bei der Startaufstellung tanze ich dann einfach zur Musik die aus den Lautsprecherboxen tönt und bringe mich dadurch in die “Gute-Laune-Stimmung”.
Schwer ist es für mich nur wenn man mit einem Team am Start steht, da die anderen ja Erwartungen an einen haben und ich niemanden enttäuschen möchte. Ich hoffe dann einfach darauf, dass das vorherige Training ausreichend war.

ilovecycling.de: Wie bereitest Du Dich auf einen Wettkampf vor? Gibt es Glücksbringer? Quellen der Inspiration, Unterstützung?

Jennifer Eisenhuber: Natürlich, soweit möglich, eine gute Trainingsvorbereitung. Liebend gerne gehe ich am Abend vorher in die Sauna um mich zu entspannen.
Ich habe ein Armband mit einem indischen Ohm-Zeichen darauf, welches ich von Freunden in Indien geschenkt bekommen habe. Ich achte immer darauf, dass ich es an wichtigen Tagen trage. Außerdem habe ich eine kleine gelbe Ente geschenkt bekommen. Sie sitzt als Glücksbringer immer auf meinem Lenker.
So nebenbei bemerkt . . . darüber freuen sich auch regelmäßig die anderen Teilnehmer.

ilovecycling.de: Wer ist Dein größtes Vorbild? Mit welchem Sportler(in) würdest Du gerne einmal trainieren?

Jennifer Eisenhuber: Vorbilder sind für mich alle Menschen mit körperlichen oder gesundheitlichen Einschränkungen, die dennoch nicht aufgeben und weiterhin den Spaß am Leben und am Sport nicht verlieren.

ilovecycling.de: Was sind Deine nächsten Ziele und welche Ziele hast Du für die Zukunft?

Jennifer Eisenhuber: Mein nächstes Ziel ist das Alpenbrevet, ich möchte das schon seit Jahren fahren und dieses Jahr hat es endlich in den Kalender gepasst. Zukunftsziele . . . da gibt es so viele, die kann ich hier garnicht alle aufzählen.

ilovecycling.de: Wie sieht ein Wochenende und/oder Deine Freizeit ohne Bike bei Dir aus?

Jennifer Eisenhuber: Freizeit ohne Bike ist schon recht selten. Jedoch gehe ich sehr gerne Klettern und Wandern in den Bergen. Im Winter bin ich regelmäßig in der Kletterhalle oder beim Skilanglauf zu finden.

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ilovecycling.de: Was war Dein größter Erfolg, welches Deine größte Niederlage?

Jennifer Eisenhuber: Mein größter Erfolg war der 3. Platz auf der langen Strecke am Hockenheimring im vergangenen Jahr.
Als echte Niederlage sehe ich jedoch keines der Rennen an, denn auf jeder Veranstaltung lerne ich tolle Menschen kennen und habe einfach eine Menge Spaß. Da wird dann eine Nicht-Podium-Platzierung auch schonmal zweitrangig.

ilovecycling.de: Angenommen, Rennräder wären nie erfunden worden, wie würde Dein Leben heute aussehen?

Jennifer Eisenhuber: Uiii . . . wahrscheinlich würde ich krampfhaft nach einem Hobby suchen, welches mir mein Leben erfüllt… 😉

ilovecycling.de: Was liebst Du am meisten am Rennradfahren und was ist das Unangenehmste?

Jennifer Eisenhuber: Mich einen Berg hinauf zu quälen und dann die Aussicht zu genießen. Zur Belohnung kann ich mich dann in die Abfahrt stürzen.
Mir fällt irgendwie nichts Unangenehmes ein. Außer vielleicht das ich nicht immer so viel Zeit habe wie ich es gerne hätte.

ilovecycling.de: Was ist Dein schönstes Radrevier in Deutschland und wo machst Du am liebsten Dein Trainingslager?

Jennifer Eisenhuber: Das ist schwer, denn ich finde das Deutschland einige schöne Gebiete zum Radeln hat . . . spontan fällt mir da der Schwarzwald oder der Pfälzer Wald ein.
Ein bevorzugtes Revier für ein Trainingslager habe ich gar nicht. Ich finde es toll immer mal woanders zu Radeln, wie z.B. in der Provence, Malle, Lanzarote.

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ilovecycling.de: Hast Du auch andere Sportarten ausprobiert? Wenn ja welche?

Jennifer Eisenhuber: Die Jahre vor dem Radsport hauptsächlich Kickboxen. Einige Jahre aber auch Feldhockey, Basketball und Fußball.

ilovecycling.de: Wie viele Räder stehen momentan in Deinem Stall und was ist Dein derzeitiges Lieblingsrad?

Jennifer Eisenhuber: 7 verschiedene Räder: Trekkingrad, Stahlrahmenrenner von Peugeot, MTB, Zeitfahrrad, Winterrenner, Alu- und Carbon-Rennrad. Ich liebe einfach alle meine Pferdchen.

ilovecycling.de: Und welches Rad wird in der Realität möglicherweise Dein nächstes werden?

Jennifer Eisenhuber: Darüber habe ich mir ehrlich gesagt keine Gedanken gemacht. Mal schauen welches Angebot unserem Team unterbreitet wird.

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ilovecycling.de: Was steht ansonsten noch oben auf Deiner Einkaufs- bzw. Wunschliste? Oder hast Du schon alles, was man fürs Radfahren braucht?

Jennifer Eisenhuber: Ach . . so ein paar tolle Leichtlaufräder und ‘ne Scheibe für das Zeitfahrrad wären schon eine feine Sache.

ilovecycling.de: Trainierst Du mit einem Powermeter oder nach Puls?

Jennifer Eisenhuber: Ich trainiere generell nach Gefühl. Ich habe noch nicht einmal einen Trainingsplan, sondern gestalte mein Training individuell nach Arbeitsbelastung im Job und meiner Laune.
Für die Tour TransAlp wurde ich von meiner Ladykracher-Teampartnerin gebeten, doch endlich auch mal einen Tacho zu verwenden…

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ilovecycling.de: Folgst Du einem speziellen Ernährungskonzept?

Jennifer Eisenhuber: Nein. Ich achte einfach auf eine ausgewogene Ernährung.

ilovecycling.de: Was ist Dein Lieblingsfrühstück an trainingsintensiven Tagen und was isst Du am Vorabend eines Wettkampfes?

Jennifer Eisenhuber: Ich frühstücke zu gerne und ganz einfach warme Haferflocken mit Bananen, Nüssen, Zimt und Apfelmus verfeinert. Ist irgendwie aus Kindertagen hängengeblieben, nur den Zucker lasse ich mittlerweile weg.
Am Vorabend eines Wettkampfs esse ich eigentlich alles was ich in die Finger bekomme. Mit Vorliebe Reis oder Pizza.

ilovecycling.de: Und nun kommen wir auch schon zur letzten Frage. Was sind Deine persönlichen Stärken und Schwächen, sowohl als Mensch, als auch als Radfahrerin?

Jennifer Eisenhuber: Ich höre immer wieder das ich mich gut in eine Gruppe integrieren kann und mit Fairness meinem Sport nachgehe. Was ich im Übrigen wirklich wichtig finde, denn Sport und Fairness gehören zusammen! Außerdem bin ich ein guter Zuhörer und auch wenn Kritik an mir selber nicht gefällt, kann ich es aufnehmen und mir Gedanken darüber machen. Was mich auch immer an mir selber stört ist die Ungeduld… Ich hasse es abwarten zu müssen… ich möchte Dinge am Liebsten immer sofort erledigen und muss dann erkennen, dass das nicht immer möglich ist… So wächst dann auch die Selbstkritik und ich muss aufpassen, dass ich mich nicht darin verrenne. Tja und natürlich wie bei fast jedem Sportler… die Schwäche, dass ich süssen Dingen nicht aus dem Weg gehen kann… vor allem Eis liebe ich einfach zu sehr… selbst im Winter kann ich dem Zeug nicht aus dem Weg gehen.

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Bildnachweise: © Jennifer Eisenhuber (Privatfundus), TourTransalp (Uwe Geissler)

JÖRG LACHMANN
Ich bin ein kreativer, konzeptionsstarker und querdenkender Vollprofi in allen Bereichen des On- und Offline-Marketings (B2B/B2C) . . . und somit (wie wohl auch nicht anders zu erwarten) beruflich als Marketing- und Vertriebsleiter bei der Firma CarbonSports (Lightweight) angestellt. Da ich schon seit vielen Jahren dem Hobby Radsport verfallen bin, habe ich mich im April 2014 dazu entschlossen, das Online-Magazin "ilovecycling.de" mit „Herz” und vielen nützlichen Themen, Infos, Tipps und Tricks rund um den Hobby- und Jedermann-Radsport ins Leben zu rufen . . . und das alles ohne jegliches finanzielles Interesse! ;-)