Der Kölner Ex-Profi Marcel Wüst (49) ist neuer Vize-Präsident im Bund Deutscher Radfahrer für den Bereich Marketing und Kommunikation.

Auf der Jahreshauptversammlung des BDR am Samstag in Regensburg sprachen ihm die Delegierten der 17 Landesverbände das Vertrauen aus. „Ich freue mich auf mein neues Amt, danke der Versammlung für das Vertrauen und werde nun versuchen, die öffentliche Wahrnehmung des BDR zu stärken und bei der Akquise von Sponsoren behilflich zu sein“, nennt Wüst die wichtigsten Ziele seiner künftigen Aufgabe.

In seiner aktiven Karriere gewann der Sprinter aus Köln mehr als 100 Rennen, darunter 14 Etappen bei den großen Rundfahrten Tour de France, Giro d’Italia und Vuelta a España. Vier Wochen nach seinem Etappensieg bei der Tour de France im Jahr 2000 musste er nach einem schweren Sturz, bei dem er sein rechtes Auge verlor, seine Karriere beenden.

Nach seiner Laufbahn arbeitete Wüst als Radsport-Experte bei der ARD, und als Pressesprecher der Radteams Coast und Wiesenhof. Er ist Buchautor und betreibt in seinem Haus auf Mallorca Radsportseminare und Trainingslager. Marcel Wüst hat zwei Söhne.

Wüst ist ein Macher, einer der auch den Mut hat, neue Wege zu gehen. Von ihm erhofft man sich neue Impulse im BDR. „Ich würde mir wünschen, dass es auch dem vom Verband getragenen Radsport besser geht. Der Radsport gehört zum Alltag. Uns muss es gelingen, die Vereine zu stärken, um radsportbegeisterte Menschen für diese Vereine zu gewinnen,“ sagt Wüst, dem besonders die Nachwuchsarbeit am Herzen liegt. „Hier möchte ich gern etwas zurückgeben und Firmen dafür begeistern, den Radsport gezielt zu fördern, so wie das  Müller – Die lila Logistik bereits mit der Bundesliga und den Jugend-Sichtungsrennen tut,“  setzt sich der gebürtige Kölner klare Ziele.

Er will das Image des Verbandes auffrischen, weg von den verkrusteten Ansichten, dass Verbandsarbeit „etwas für alte Männer“ sei.  „Ich bin Unternehmer, möchte meine  unternehmerische Energie in den Radsport einbringen und den Begriff des Ehrenamtes aufpolieren. Vielleicht finden sich dann ja Nachahmer,“ sagt Wüst und stellt klar, dass er niemand ist, der „leere Wahlversprechen“ macht.

Wir von ilovecycling.de wünschen ihm für die neue Aufgabe an dieser Stelle alles Gute, ein glückliches Händchen bei seinen Entscheidungen und hoffen natürlich auf eine erfolgreiche Arbeit beim BDR. Bei der wir ihn natürlich jederzeit gerne unterstützen, wenn er uns denn braucht.


Scharping als BDR-Präsident
einstimmig wiedergewählt

BDR-Präsident Rudolf Scharping ist bei der Bundeshauptversammlung des Radsport-Verbandes am Samstag in Regensburg einstimmig wiedergewählt worden. Scharping geht damit in seine vierte Amtsperiode. Seit 2005 ist er Präsident eines der erfolgreichsten Olympischen Fachverbände. Als sein Stellvertreter wird künftig Peter Koch (Wadern) agieren, der außerdem als Vize-Präsident Breitensport in seinem Amt bestätigt wurde. Zum neuen Vize-Präsidenten Kommunikation und Marketing wählten die knapp 200 Delegierten aus 17 Landesverbänden den Kölner Ex-Profi Marcel Wüst. Wiedergewählt wurden die Vize-Präsidenten Günter Schabel (Frankfurt/Leistungssport) und Berend Meyer (Westerstede/Vizepräsident Sportentwicklung).

In seinem Jahresbericht erinnerte Scharping an die sportlichen Erfolge des letzten Jahres wie der Gewinn der Olympischen Goldmedaille durch Kristina Vogel im Bahnsprint oder der WM-Titel von Tony Martin im Einzelzeitfahren der Elite und die stimmungsvolle Hallenradsport-Weltmeisterschaft im eigenen Land in Stuttgart, wo Athletinnen und Athleten des BDR wieder einmal einen wahren Medaillenregen erzeugten. Scharping mahnte aber auch die rückläufigen Lizenzzahlen und finanzielle Engpässe an. Durch die Streichung der öffentlichen Fördergelder für den nicht-olympischen Hallenradsport fehlen dem BDR 90.000 Euro. Auf der anderen Seite sind die Kosten für das Anti-Dopingprogramm um fast 60.000 Euro im letzten Jahr gestiegen. Und ein neuer Hauptsponsor ist derzeit nicht in Sicht, obwohl der Radsport in Deutschland kräftig Rückenwind erfährt. „Wir sind in den nächsten vier Jahren Gastgeber vieler hochkarätiger internationaler Veranstaltungen, mit den Höhepunkten einer Bahn-WM in Berlin im Jahr 2020 und der MTB-WM in Albstadt im gleichen Jahr. Davor haben wir den Start der Tour de France in wenigen Wochen in Düsseldorf und den Neustart der Deutschland-Tour 2018. Das alles wird dem Radsport in Deutschland gut tun,“ sagte Scharping.

Der alte und neue BDR-Präsident appellierte an die Delegierten, die Modernisierung des Verbandes kontinuierlich  voranzutreiben, nicht nur um wirtschaftlich weitere Partner gewinnen zu können, sondern auch, um im Wettbewerb mit anderen, insbesondere im Bereich Breitensport, der immer stärker von unterschiedlichsten Anbietern genutzt wird, bestehen zu können.  Dazu ist auch eine enge Zusammenarbeit mit den Landesverbänden und den vielen Ehrenamtlichen notwendig. „Ehrenamt wird gern überall gelobt. Die Wirklichkeit ist etwas rauer und wir alle wissen, dass berufliches Engagement und ehrenamtliche Arbeit nicht so ohne weiteres vereinbar sind. Das kann und muss aber gelingen, vielleicht auch durch eine neue Balance zwischen den Ehren-und Hauptamtlichen,“ meint Scharping.

Den rückläufigen Lizenzzahlen hofft der BDR mit der Einführung einer Tageslizenz zu entgehen, der einer generellen Lizenzreform vorausgeht. Fahrer verschiedenster Altersklassen sollen in einem Probelauf ab Juni  eine Tageslizenz lösen können, und haben somit Zugang zum organisierten Lizenzradsport. Sie können damit aus der Jedermannszene in den offiziellen Rennsport hineinschnuppern und Rennen fahren und werden so möglicherweise als neue Mitglieder für die Vereine gewonnen.  Die Delegierten stimmten in Regensburg außerdem mehrheitlich der Überarbeitung der seit 2009 unveränderten Gebührenordnung zu, die ab 2019 höhere Mitgliedsbeiträge vorsieht.

Der Hauptausschuss, der am Vortag der Bundeshauptversammlung zusammenkam, wählte folgende Koordinatoren in den unterschiedlichen Fachbereichen: Vera Hohlfeld (Frauenradsport), Dr. Peter Pagels (Straße), Klaus Tast (Bahn), Fabian Waldenmaier (MTB), Matthias Gelhaus (BMX), Sebastian Kotb (Radball/Radpolo), Siegfried Heckl (Trial), Rosi Bongers (Einrad), Sebastian Anders (MTBO), Bernd Schmidt (Breitensportkonzepte), Prof. Dr. Dietmar Junker (Wissenschaft und Forschung), Dr. Matthias Baumann (Medizin), Horst Schmidt (RTF und CTF), Peter Kyrieleis (Radwandern-und Korsofahren), Charly Höß (Verkehr), Dr. Jan Zöllner (Anti-Doping), Christian Magiera (Reglements- und Sportordnung), Kurt Lallinger (Behindertenradsport), Walter Röseler (Querfeldein) sowie Peter Barth (Vorsitzender Sportgericht Bundessport- und Schiedsgericht) und Rainer Wicke (Vorsitzender Bundesrechtsausschuss).

Der stellvertretende Vorsitzende der Radsport-Jugend, Jan Schlichenmaier sowie der Sprecher der Landesverbände, Udo Rudolf, wurden in ihren Ämtern bestätigt.

Bildrechte: © BDR, Marcel Wüst und Team Casa Ciclista

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