TAG 7: Gott sei Dank, es ist geschafft … was für eine krasse Nummer!

Bürger Roms! Der Imperator hat verkündet, daß die Spiele nach dem heutigen siebten Tage enden und die Gladiatoren die alle Löwen getötet haben, ehrenhaft aus ihrem Dienst entlassen sind! 

Gott sei Dank, es ist geschafft! Was für eine krasse Nummer (entschuldigt bitte, aber an dieser Stelle muß dieser „Spruch“ mal sein)! Während die letzten Tage ja relativ geordnet über die Bühne gingen, bot Cäsar heute nochmal alles auf, was das Colloseum zu bieten hatte.

Nach der obligatorischen Neutralisation ging es zum Aufwärmen kurze 300 Hm hoch, bevor direkt mal ein Trail anstand, der sich gewaschen hatte. Absteigen war da an einigen Stellen nicht nur keine Schande, sondern auch schlicht die einzige Option. Dann gab es ein paar flache Asphalt-Meter zum Erholen, bevor man uns den Bocca di Vaiona in den Weg gestellt hatte. 1.700 Höhenmeter auf knapp 13 Kilometern – manchmal sagen Zahlen mehr als Worte. Hier sind heute mindestens 90% des Feldes mehr gegangen als gefahren.

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In sengender schwüler Hitze war für mich nur die Königsetappe härter.

Anstiege von über 20% wollte mein Körper heute einfach nicht mehr so recht ertragen. Danach folgte eine extrem trailige, teils sehr steile und damit extrem anstrengende „Abfahrt“, die aber aus Sicherheitsgründen mehr einem Abrutschen ähnelte. Nur zur Klarheit für die Nicht-MTBler unter euch: da quälst Du Dich die beschriebene Schinderei hoch und darfst dann nach etwas Erholung auf der Abfahrt voll konzentriert und am Limit einen Trail runter. Das geht dann nur im Stehen und nach kurzer Zeit signalisieren Dir Deine Hände und Handgelenke, daß sie einfach nicht mehr wollen. Nein, wirklich gar nicht mehr. Man muß permanent voll konzentriert sein, laufend in Bruchteilen von Sekunden die richtige Linie berechnen und jederzeit alarmiert sein für unerwartete, gerne auch mal nasse Steine und Wurzeln. Beim Übersehen kallt es dann meist hinten und mit seitlichem Impact mal richtig . . .  man darf einfach keinen Fehler machen, will man nicht ungewollt absteigen.

Jetzt könnt ihr vielleicht ein wenig nachvollziehen, warum es einem dann schon schwerfällt, nach täglich mindestens 6 Stunden im Sattel und permanetem am Limit sein, abends noch die richtigen Worte fürs Tagebuch zu finden. Allerdings muß ich sagen, daß meine Fahrtechnik sich in dieser Woche schon extrem verbessert hat (es blieb mir auch nichts anderes übrig) und das hat dann heute schon Spaß gemacht. Ich habe aber nichts mehr riskiert und bin sowohl bergauf als auch -ab locker geblieben, denn ich wollte einfach nur noch sicher ins Ziel, was mir nach über 6 Stunden dann auch gelungen ist. Riva del Garda, wer hätte das gedacht! Es ist wirklich wunderschön hier und wir sind direkt mal in den See gesprungen. Kann ich nur jedem empfehlen, auch ohne Transalp vorher.

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Apropos Spaß: mein Teamkollege ist heute mal alleine gefahren. Er konnte so zeigen, daß er hier im Feld zur absoluten Spitzenklasse gehört und locker mit einem befreundeten Team mithalten, daß Platz 45 bei den Männern und 64 in der Gesamtabrechnung belegt.

Insgesamt kamen 350 Teams und 64 Individual Finisher (Teampartner ausgefallen) ins Ziel. So konnten wir trotz meiner Unfähigkeit in der Endabrechnung bei den Männern Platz 90 und gesamt 183 belegen, also grob gesagt so ca. die Mitte.

Ich bin froh, daß ich geschafft habe und es hat, wenn auch nicht immer, Spaß gemacht. Ein wenig Stolz kann man auch sein, wenn man ohne jede MTB-Erfahrung so ein Ding durchzieht, denke ich – auch wenn Eigenlob stinkt, aber das ist ja der Vorteil online: ihr riecht es nicht 🙂

Kommende Woche werde ich euch noch eine Nachbetrachtung servieren, jetzt geht es erstmal zur Abschlussparty! 

Danke für Euer Interesse . . . Euer Philipp

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Offizieller Pressebericht:

Kaufmann und Käß feiern ersten Transalp-Titel-Hattrick der Geschichte
Lakata und Hynek sprinten zum Tagessieg

Riva del Garda, 25. Juli 2015 – Um 12:41 Uhr wurde Geschichte geschrieben! Mit ihrem fünften Platz auf der Abschlussetappe der Craft BIKE Transalp powered by Sigma von Levico Terme nach Riva del Garda (74,75 km, 2.555 Hm) haben Markus Kaufmann (GER) und Jochen Käß (GER) den ersten Transalp-Titelhattrick der Geschichte sichergestellt. Die beiden Centurion-Vaude-Fahrer saßen für ihren dritten Sieg in Folge und die 611,27 km und 19.002 Höhenmeter von Ruhpolding an den Gardasee insgesamt 25:58.31,5 Stunden im Sattel.

3.14 Minuten vor den erfolgreichen Titelverteidigern hatten die Gesamtdritten des Abschlussrankings, Alban Lakata (AUT) und Kristian Hynek (CZE) von Topeak Ergon Racing 1, das dramatische Sprintduell um den Tagessieg mit zwei Zehntel Vorsprung auf die lange Zeit führenden Johnny Cattaneo (ITA) und Damiano Ferraro (ITA) von Selle San Marco Trek für sich entschieden (3:38.02,2).

Als drittes Duo beendeten Karl Platt (GER) und Urs Huber (SUI) vom Team Bulls 1 die voll auf Angriff gefahrene finale Etappe über die Bocca Vaiona (3:38.38,6) und verteidigten so ihren zweiten Rang im Gesamtklassement (+ 5.57 Minuten) vor Topeak Ergon (+ 7.36 Minuten).

Das Team um den amtierenden Marathon-Weltmeister Lakata hatte wie auch die beiden italienischen Ausreißer, die sich gleich im ersten leichten Anstieg nach Campreghieri abgesetzt hatten, noch einmal alles auf eine Karte gesetzt, um die letzte Chance auf eine Verbesserung im Gesamtklassement zu erzwingen.

Am Ende reichte es für Topeak Ergon dann zwar noch für den Etappensieg, aber nicht mehr für eine bessere Platzierung im Ranking, da Centurion-Vaude 1 und das Team Bulls 1 immer wieder kontern konnten.

Wir sind überglücklich, dass wir mit dem dritten Titel in Folge Geschichte bei der Transalp geschrieben haben. Wir haben in der Vorbereitung alles richtig gemacht, das hat sich ausgezahlt“, erklärte Jochen Käß.

Dessen Teampartner Markus Kaufmann, der seit einigen Tagen mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, fügte an: „Ich konnte die ganze Woche nicht schlafen und bin am Ende noch krank geworden. Ich musste ständig husten. Das ging ordentlich auf die Lunge. Dass wir trotzdem so souverän fahren konnten, überrascht mich und macht mich stolz! Es hätte aber nicht länger gehen dürfen.“

Während die beiden dominierenden Mountainbiker des siebentägigen Etappenrennens sich im Ziel von einer begeisterten Menge zurecht feiern ließen, waren auch die zweitplatzierten Fahrer vom Team Bulls mit dem Endresultat zufrieden.

Das war ein hartes Stück Arbeit. Von Beginn an wurde Vollgas gefahren. Wir waren immer wieder am Limit. Es wurde zwischenzeitlich mit den Abständen richtig knapp, daher sind wir glücklich, dass es am Ende doch noch zum zweiten Platz gereicht hat“, erklärte Urs Huber.

Der Schweizer weiter: „Wir sind sehr zufrieden. Natürlich würde man gerne gewinnen, aber Jochen [Käß] und Markus [Kaufmann] waren über die sieben Tage bärenstark, von daher ist der zweite Platz OK. Wir haben unser Bestes gegeben.“

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Damentitel geht an Bigham und Kollmann

Bei den Damen unterstrichen Sally Bigham (GBR) und Christina Kollmann (AUT) von Topeak Ergon Racing ihre Ausnahmestellung mit dem siebten Etappensieg (4:25.02,0). Den Titel selbst fuhr das beste Frauenduo der 18ten Transalp-Auflage mit einer Gesamtzeit von 32:01.09,0 Sunden ein.

Während es für Kollmann der erste Sieg war, freute sich Bigham über ihren vierten Transalp-Triumph (2012 und 2013 Damen, 2014 Mixed): „Es ist cool, dass ich zum vierten Mal in Folge gewinnen konnte. Vor allem weil es in diesem Jahr der herausforderndste Kurs gewesen ist.“

Allerdings fügte die starke Britin an: „Es ist schade, dass nicht mehr gute internationale Damenteams mitgefahren sind. Ich würde mir wünschen, dass sich das in Zukunft ändert.“

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Favoriten setzen sich in weiteren Kategorien durch

Wie die Trägerinnen der Pinken Trikots blieben auch die Grand Masters-Sieger Hansjürg Gerber (SUI) und Bärti Bucher (SUI) von Bikeholiday/BiXS ungeschlagen (4:26.38,4). Am Ende saßen die Träger der Grünen Leaderjerseys 30:25.20,6 Stunden für ihren Titel im Sattel.

Während in der Mixed-Wertung die deutsche Meisterin Silke Schmidt (GER) und Sascha Schwindling (GER) vom Team Herzlichst Zypern 1 mit dem sechsten Etappensieg (4:29.37,1) ihren ersten Titel nach Hause brachten (31:18.39,3), konnten die heute viertplatzierten der Masterswertung Massimo de Bertolis (ITA) und Andreas Laner (ITA) von Wilier Force Squadra Corse 1 ihren Vorjahreserfolg wiederholen (29:10.29,8).

Den Tagessieg bei den Teams mit einem Gesamtalter von mehr als 80 Jahren ging allerdings an die Gesamtdritten Thorsten Damm (GER) und Michael Schuchardt (GER) vom Team Scott Radladen Gudensberg (4:13.47,7).

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Bildnachweise: © Henning Angerer und Markus Gerber