TAG 3: Was sind das eigentlich für Irre, die mit MTB-Schuhen und einem Rad auf dem Rücken durchs Hochalpine kraxeln?

Liebes Tagebuch,

heute hatte das Colloseum zu, denn Hannibal wollte mit seinen Elefanten über die Alpen. Oder so ähnlich. Aufstehen um 6 Uhr und nach flottem Frühstück erstmal 13 km vom Hotel zum Start einrollen. Hier fand ich zum Glück die Jungs wieder, denen ich gestern meine Pumpe geliehen hatte, so daß wir wieder mit komplettem Equipment auf die Reise gehen konnten.

Nach dem Start, der hier für eine kurze Phase immer neutralisiert ist, ging erstmal wie immer hier steil bergauf, hier hatte ich mal wieder einen kleinen Defekt, die Schuhplatten hatten sich gelöst. Dann war ca. 1,5 Stunden bergsteigen angesagt, mit MTB-fahren hatte das nichts mehr zu tun. Schneebretter waren auch im Angebot. Als das Tauernkreuz erreicht war, war bei mir die Etappe schon gelaufen. Ich war fix und fertig und wir mußten viele Leute vorbeilassen. Die Bergsteiger und Wanderer auf der Hütte dort, müssen sich auch gefragt haben, was das für Irre sind, die mit MTB-Schuhen und einem Rad auf dem Rücken durchs Hochalpine kraxeln.

Nach einem kurzen Abstieg über ein weiteres Schneefeld, konnten wir dann die rasante Abfahrt in Angriff nehmen, auf der ich wie immer viele weitere Teams dabei beobachten durfte, wie man es richtig macht. Aber was will man erwarten, wenn man das erste Mal auf dem MTB sitzt und dann direkt so eine Tour macht. Es geht aber noch krasser. Angeblich gibt es Teilnehmer im Feld, die quasi Ihre gesamten Jahreskilometer hier fahren. Vorstellen kann ich mir das zwar nicht, aber ich bin halt auch talentfrei. Ganz im Gegensatz zu meinem Teampartner, der wirklich eine Granate ist und ohne den Ballast (also mich) wohl deutlich schneller wär und das Potential hat, hier in den Top 50 mitzufahren.

Apropos: damit hier kein falscher Eindruck entsteht: Mindestens die ersten 50 Teams hier sind Profis, Semiprofis oder Ex-Profis. Das hier ist zwar vor allen Dingen im hinteren Bereich (und damit meine ich noch weiter hinten als wir) immer noch eine Jedermann-Veranstaltung, aber aus meiner Sicht keinenfalls als solche zu empfehlen.

Nun aber zurück zum heutigen Tag. Nachdem wir dann eine ganze Zeit mehr oder weniger flach und auch recht zügig unterwegs waren, ging es dann wieder ständig bergauf . . . und wie. In der prallen Sonne bei gefühlten 35 Grad ohne Abkühlung in Sicht. Ich war heute mehr als einmal so fix und fertig, das Aufgeben ein steter Gedanke war. Aber dank der Unterstützung meines Teampartners Christian, der mich auch bei 15% Steigung noch schiebt haben wir es knapp unter 9 Stunden geschafft – zum Vergleich: die Profis waren da schon im Bett, sie brauchten nur etwas mehr als 5h.

Nach dem Ziel heißt es dann immer ordentlich verpflegen, ein Sponsor stellte Fußbäder zur Verfügung, man mußte das Rad waschen und zum Service bringen (der Verschleiß ist enorm) und irgendwann ist man dann im Hotel und schreibt um 21 Uhr dieses Tagebuch. Morgen geht es dann wieder um 7 Uhr raus und um 9 Uhr los – mit 89 km und 2.600 Hm . . . quasi Erholung gegenüber heute.

Dann bis morgen . . . Euer Philipp

Unser Dank für die freundliche Unterstützung geht an:

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Offizieller Pressebericht:

Kaufmann und Käß gewinnen Königsetappe der Craft BIKE Transalp powered by Sigma und erobern Gelbe Trikots

Sillian, 21. Juli 2015 – Die beiden Titelverteidiger Markus Kaufmann (GER) und Jochen Käß (GER) haben auf der Königsetappe der Craft BIKE Transalp powered by Sigma mit einem fulminanten Ritt über den Felbertauern-Pass nicht nur den Tagessieg eingefahren, sondern auch die Führung in der Gesamtwertung übernommen.

Das Team Centurion-Vaude 1 benötigte für die 118,29 km und 3.577 Höhenmeter von Mittersill nach Sillian 5:09.19,5 Stunden und verwies seine Teamkollegen Daniel Geismayr (AUT) und Hannes Pernsteiner (AUT) mit 4:29 Minuten Vorsprung auf Platz zwei.

Dritter wurden die bis dato in Gelb fahrenden Team Bulls-Profis Karl Platt (GER) und Urs Huber (SUI) mit einer Zeit von 5:16.03,0 Stunden, die auch im Gesamtklassement hinter den beiden Centurion-Vaude-Duos auf Platz drei rangieren (+ 6.38 min).

Einen rabenschwarzen Tag erlebten die als Mitfavoriten gehandelten Topeak Ergon-Fahrer Alban Lakata (AUT) und Kristian Hynek (CZE), die nach mehreren Plattfüßen fast elf Minuten auf die neuen Spitzenreiter verloren und mit 10.39 Minuten Rückstand abgeschlagen auf Platz vier des Rankings liegen.

Diese ‚Welt‘ im Mountainbike-Sport hatten die beiden Vorjahresdritten bereits bis zur Mautstelle aufgebrummt bekommen, ab der, aufgrund der durch die momentanen Bauarbeiten bedingten Blockabfertigung, ein kurzes Stück der Strecke neutralisiert zurückgelegt werden musste.

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So war die dritte Etappe der 18ten Transalp schon eingangs der Neutralisation entschieden, da alle Top-Duos gesammelt auf den letzten, knapp 80 Kilometer langen Schlussteil gingen und diesen auch nahezu geschlossen absolvierten. Einzig das Team Bulls musste auch hier noch einmal dem harten Etappenprofil ein wenig Tribut zollen.

Es war unser Plan, heute anzugreifen, nachdem die letzten beiden Etappen im Sprint entschieden worden sind. Wir wollten im Anstieg bzw. in der dortigen Laufpassage attackieren und konnten dort viel Zeit rausholen“, erklärte Jochen Käß nach der erfolgreichen Attacke auf die Gelben Trikots.

Damit gehen die Sieger von 2013 und 2014 morgen mit einem komfortablen Vorsprung auf die vierte Etappe und streben damit dem ersten Titel-Hattrick in der Geschichte entgegen.

Vor allem auch, nachdem die Konkurrenz von Team Bulls und Topeak Ergon aufgrund einiger technischer Defekte zurückgeworfen worden war.

Das spielt uns zwar in die Karten. Dennoch würden wir das das ganze lieber sportlich austragen“, so Käß. „Aber jetzt haben wir erst einmal die Gelben Trikots und freuen uns natürlich. Mal sehen, wie es weitergeht.“

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Team Kenda-Intense siegt in Mixed-Wertung

Die beiden US-Amerikaner Mary McConneloug und Michael Broderick haben auf der schwersten Etappe des diesjährigen Klassikers über die Alpen ihre Klasse bewiesen und ihren ersten Tageserfolg eingefahren.

Das Team Kenda-Intense beendete den Schlag ins Hochpustertal nach 6:22.33,4 Stunden und konnte so den Rückstand auf die heute zweitplatzierten Träger der Orangenen Trikots, Silke Schmidt (GER) und Sascha Schwindling (GER), die nach 6:28.01,4 Stunden ins Ziel kamen, deutlich verkürzen.

Im Gesamtklassement liegt das Team Herzlichst Zypern 1 aber weiter mit rund sechs Minuten in Front.

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Kategorien-Leader legen nach

Bei den Damen, Masters und Grand Masters haben die Wertungs-Führenden mit dem jeweils dritten Etappenerfolg ihre weiße Weste gewahrt.

Die besten Masters-Fahrer (Teams mit einem Gesamtalter von mehr als 80 Jahren) waren Massimo de Bertolis und Andreas Laner vom italienischen Team Wilier Force Squadra Corse 1 (5:44.59,9), während in der Grand Masters-Kategorie (Gesamtalter von mehr als 100 Jahren) die Schweizer Hansjürg Gerber und Bärti Bucher von Bikeholiday.ch/BiXS in 5:58.38,1 Stunden erneut überzeugten.

In der Damenwertung setzten sich die Trägerinnen der Pinken Leaderjerseys, Sally Bigham (GBR) und Christina Kollmann (AUT) von Topeak Ergon Racing (6:31.21,1), durch.

Morgen führt die vierte Etappe der Craft BIKE Transalp powered by Sigma nach Italien. Von Sillian aus müssen die Mountainbiker 89,95 km und 2.538 Höhenmeter nach Alleghe absolvieren. Der Start erfolgt um 9:00 Uhr.

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Bildnachweise: © Henning Angerer