. . . und ist neuer Europameister
im Ultracycling.

Ein triumphales Comeback hat Bernhard Steinberger Anfang September beim Race Around Ireland (RAI) hingelegt. Der Oberpfälzer gewann das Rennen und sicherte sich damit auch den Europameister-Titel 2015 im Ultracycling. Nach seinem 2.Platz vor zwei Jahren beim RAI kletterte der 35-Jährige nun also ganz nach oben auf das Siegerpodest. In neuer deutscher Bestzeit von 98 Stunden, 22 Minuten und 16 Sekunden bewältigte Steinberger die 2.145 Kilometer mit  23.000 Höhenmeter – dies war zugleich die zweitschnellste jemals gefahrene Zeit beim Rennen um die Grüne Insel.

Um so bemerkenswerter ist der Erfolg Steinbergers, da er nach zwei schweren Verletzungen in dem vergangenen halben Jahr eine äußerst schwierige Vorbereitung hatte. Der Pösinger ließ sich jedoch trotz Metallplatte und Schrauben in der Schulter nach einem Schlüsselbeinbruch und einer Beckenverletzung nicht aufhalten. Der Pösinger gewann zudem den Sonderpreis „Armada Award“, da er zwischen den Zeitnahmestationen 3 und 4 am schnellsten unterwegs war. „Das war ein nettes Zuckerl oben drauf“, freute sich Steinberger.

Bernhard-Steinberger-mit-seinen-acht-Betreuern

Fünf Minuten Schlaf reichen

Gestartet wurde vor der Kulisse des Trim Castle (Kulisse vom Film „Braveheart“). Im Abstand von jeweils drei Minuten wurden die Fahrer auf die Strecke geschickt. Um 15.42 Uhr fiel für Bernhard Steinberger mit der Startnummer 103 der Startschuss. 24 Stunden lang radelte Steinberger ohne Unterbrechung, bis es die erste Schlaf-Pause im Begleitfahrzeug gab – die nur fünf Minuten dauerte. Fast minutiös führte sein Betreuerteam Protokoll über sämtliche Pausen und wann Steinberger etwas aß und trank. So kamen mehrere Seiten zusammen.

„Insgesamt habe ich während des Rennes 93 Minuten geschlafen. Am längsten einmal für 22 Minuten am Stück“, berichtet Steinberger. „Die Gefahr bei zu viel Schlaf ist, dass man nach dem Aufwachen dann gar nicht mehr richtig zu sich kommt.“

Nächtliche Aufholjagd

Der Tiefpunkt des Rennens kam am Montagmorgen, als er um 6.40 Uhr von seinem größten Konkurrenten dem zweifacher Sieger des Race Around Ireland, überholt wurde. „Das war demotivierend. Danach war ich mit allem unzufrieden und alles ging nur noch ganz zäh“, berichtet Steinberger. So wuchs der Vorsprung des führenden bis zu 27 Kilometer an. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch änderte sich die Situation.

„Ich war schlecht drauf, doch dann kam die Info von meinem Team: Du, wir wissen was Neues.“ Die gute Nachricht: „Der Erstplatzierte schläft seit zehn Minuten in einem Dorf nur fünf Kilometer entfernt.“ Diese Info setzte bei Steinberger neue Kräfte frei. „Das hat bei mir einen Schalter umgelegt. Ich habe sofort etwas zu essen und trinken verlangt und dann Vollgas gegeben“. Die Folge war daraus ein Vorsprung von 60 Kilometern für Bernhard Steinberger.

Am Ende siegte Steinberger mit über zwei Stunden Vorsprung

Trotz aller Strapazen ließ es sich der neue Ultracycling-Europameister nicht nehmen, den Anblick der schönen Landschaften auf der Grünen Insel zu genießen. „Teilweise habe ich mich vom Ausblick ablenken lassen, aber nicht so viel, wie vor zwei Jahren. Die Highlights nimmt man aber immer wahr, die grünen Wiesen, die Felsen oder die vielen Schafherden. Die schöne Landschaft hat auch meine Begleiter etwas für die Anstrengungen entschädigt“, sagt Steinberger.

Auf die Frage, ob er sich im nächsten Jahr erneut dieser Tortur stellen wolle, um seinen Europameister-Titel im Ultracycling zu verteidigen, antwortet Steinberger: „Wo nächstes Jahr die Europameisterschaft im Ultraycling stattfindet steht noch nicht fest.

Rückkehr auf die Grüne Insel ist nicht ausgeschlossen

Irland ist die schönste Insel auf der ich je war. Schon landschaftlich reizt mich das Rennen ungemein. Das Race Around Ireland (RAI) ist Wetter-und Straßentechnisch eine Grenzbelastung für Material und Körper. In Zukunft werde ich natürlich wieder hohe Ziele anstreben. Die mich dann sehr motivieren um mein Bestes zu geben.“

Fakten

UMCA European Long- Distance Champion
1. Platz beim Race Around Ireland mit einer Distanz von 2.145 Kilometer und 22.655 Höhenmeter. In 98 Stunden und 22 Minuten bewältigt.

Das ist neuer Deutscher Streckenrekord und die zweitschnellste Zeit die jemals  gefahren wurde beim Race Around Ireland.

Schlafdauer im Rennen betrug 93 Minuten. Zudem gewann er noch den Sonderpreis „Armada Award“ für die schnellste Zeit zwischen den Zeitstationen 3 und 4, weil er auch hier am schnellsten unterwegs war.

Mehr über Bernhard Steinberger erfährst Du unter:

www.steinberger-briada.de und auf seinem Facebook-Profil.

Impressionen

5 KOMMENTARE

  1. Verwunderlich ist: dieser Artikel ist 2 Jahre alt und erweckt den Eindruck eines aktuellen Ereignisses, im vergangenen Jahr war meines Wissens ein anderer Deutscher Guido Löhr der Sieger.
    Mir fällt seit längerem auf, daß offenbar immer wieder ältere Artikel nach vorne durchgemixt werden, deshalb lese ich den blog auch kaum noch.

    • Hallo Thomas, Danke für Deinen Hinweis … leider sind auch wir nur Menschen. Und da können halt Fehler passieren. Dieser Artikel hätte eigentlich automatisch ins Archiv wandern müssen, was wir nun aber manuell erledigt haben. Auf der Startseite rotieren im oberen Bereich sehr wohl alle bisherigen Artikel, da viele Artikel ja nicht alt werden und von der Thematik sonst untergehen würden, aber vom Inhalt aktuell sind. Ein wenig darunter sieht man dann alle neuen Artikel in der Reihenfolge Ihres Erscheinens. Ich hoffe sehr, dass Du nun das Prinzip der Startseite verstanden hast und mal wieder häufiger reinschaust! Gruss Jörg

    • Sehr geehrter Leser,

      danke für Deinen Kommentar, eigentlich veröffentlichen wir keine anonymen Kommentare. Wir bitten diesbezüglich um Verständnis. Aber in diesem Falle antworte ich gerne. Der Artikel handelt direkt von dieser Person . . . es ist ein Interview mit Bernhard Steigenberger und eine Dokumentation aus Sicht von dem Fahrer gewesen . . . und kein Rennbericht über das Rennen im Allgemeinen.

      Sportliche Grüße
      Dein ilovecycling.de-Herausgeber Jörg Lachmann

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